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Traurige Bilanz: 104.000 vorgeburtliche Kindstötungen

Statistisches Bundesamt meldet den höchsten Anstieg bei Abtreibungen seit dem Jahr 2012.
Deutlich weniger Abtreibungen bei jungen Frauen
Foto: IMAGO/BDS (www.imago-images.de) | In Deutschland ist die Zahl der vorgeburtlichen Kindstötungen 2022 mit rund 104.000 gemeldeten Fällen um fast 10% gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

In Deutschland ist die Zahl der dem Statistischen Bundesamt (Destatis) gemeldeten vorgeburtlichen Kindstötungen 2022 mit rund 104.000 gemeldeten Fällen um 9,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Das gab die Behörde heute in Wiesbaden bekannt. Im Jahr 2021 waren den Wiesbadener Statistikern rund 94.600 Abtreibungen angezeigt worden – und damit weniger als jemals zuvor seit Beginn der Statistik. Wie die Behörde weiter mitteilte, lasse sich anhand der vorliegenden Daten „keine klare Ursache für die starke Zunahme im Jahr 2022 erkennen“. Höher als im Jahr 2022 habe die Zahl der durchgeführten vorgeburtlichen Kindstötungen zuletzt im Jahr 2012 gelegen. Damals seien den Statistikern rund 106.800 Fälle gemeldet worden.

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Mehrzahl der ungeborenen Kinder wurde mittels Vakuumaspiration getötet

Wie die Behörde ferner bekannt gab, seien rund 70 Prozent der Frauen, die 2022 eine Abtreibung durchführen ließen, zwischen 18 und 34 Jahre alt gewesen. Rund 19 Prozent seien zwischen 35 und 39 Jahre alt gewesen; rund acht Prozent 40 Jahre und älter. Der Anteil der minderjährigen Mädchen, die eine Abtreibung vornehmen ließen, habe bei rund drei Prozent gelegen. Rund 41 Prozent der Frauen hätten vor der Abtreibung noch kein Kind zur Welt gebracht.

96 Prozent der 2022 gemeldeten vorgeburtlichen Kindstötungen seien nach der sogenannten Beratungsregelung vorgenommen worden. In vier Prozent der Fälle seien die Abtreibungen mit Indikationen aus medizinischen Gründen sowie mit Sexualdelikten (kriminologische Indikation) begründet worden. Die Mehrzahl der vorgeburtlichen Kindstötungen (51 Prozent) seien mittels der Absaugmethode (Vakuumaspiration) durchgeführt worden. Die Abtreibungspille „Mifegyne“ sei in 35 Prozent der Fälle zum Einsatz gekommen. Die Eingriffe seien überwiegend ambulant erfolgt: Rund 83 Prozent in Arztpraxen und OP-Zentren, 14 Prozent ambulant im Krankenhaus.

Zehnjahresvergleich: Deutlich weniger Abtreibungen bei jungen Frauen

Im Vergleich zum Jahr 2012 (106.800 Fälle) sei die Zahl der vorgeburtlichen Kindstötungen 2022 um 2,7 Prozent beziehungsweise 2.900 Fälle niedriger ausgefallen. Besonders stark sei im Zehnjahresvergleich der Rückgang bei jungen Frauen gewesen. Demnach sei die Zahl der in Auftrag gegebenen Abtreibungen in der Altersgruppe 15 bis 17 Jahre um 29,4 Prozent (1.000 Fälle) gesunken. In der Altersgruppe 18 bis 19 Jahre sei die Zahl der vorgeburtlichen Kindstötungen gar um 30,8 Prozent (2.100 Fälle) und bei den 20 bis 24-Jährigen um 23,5 Prozent (6.000) Fälle zurückgegangen. Wie das Amt weiter mitteilte, sei diese Entwicklung „teilweise“ darauf zurückzuführen, dass im Zeitraum von 2012 bis 2022 die Zahl der 15- bis 17-jährigen Frauen um 5,4 Prozent, der 18- bis 19-jährigen Frauen um 3,8 Prozent und die der Frauen im Alter von 20 bis 24 Jahren um 7,6 Prozent zurückgegangen sei. DT/reh

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