Sydneys Erzbischof sieht aggressiven Kampf gegen Religion

Ein "militanter Säkularismus" gefährde die Religionsfreiheit in Australien, so Anthony Fisher. Ein Streitpunkt ist die Ende 2017 eingeführte Homo-"Ehe".
Australisches Parlament beschließt Ehe für alle
Foto: Mick Tsikas (AAP) | Parlamentsmitglied Cathy McGowan, Adam Brandt und Andrew Wilkie jubeln und halten eine Regenbogenfahne am 07.12.2017 im Parlament in Canberra (Australien), nachdem das Parlament die Ehe für alle beschlossen hat.

In seiner Predigt zur jährlichen "Roten Messe" für Anwälte und Richter hat Sydneys katholischer Erzbischof Anthony Fisher die Juristen zum Schutz der Religionsfreiheit aufgerufen. Fisher warnte in der Predigt am Mittwoch vor einem "militanten Säkularismus" zur "Ausmerzung der jüdisch-christlichen Werte" und zur Durchsetzung eines "Zwangsagnostizismus".

"Der militante Säkularismus, der zur Zeit in der Luft liegt, ist wie in anderen Zeiten der in der Luft liegende Kolonialismus", sagte er. Australien drohe den Respekt vor dem Religiösen und die historische Balance zwischen Kirche und Staat zu verlieren, zitierte ihn das australische Nachrichtenportal CathNews.

Der Name "Rote Messe" bezieht sich auf die Farbe der Richterroben. Seit 1931 organisiert die katholische Thomas-More-Gesellschaft zum Jahresbeginn für Richter, Staatsanwälte und Rechtsanwälte einen feierlichen Gottesdienst in der St.-Marien-Kathedrale von Sydney.

Die Kirchen Australiens verurteilen die Ende 2017 eingeführte Ehe für gleichgeschlechtliche Paare als Einschränkung der Religionsfreiheit. Die Kirchen hatten vergeblich das Parlament aufgefordert, in dem Gesetz über die Ehegleichstellung weitreichende Ausnahmeregelungen für Kirchen und gläubige Christen einzubauen. Stattdessen beauftragte Premierminister Malcolm Turnbull eine Kommission zur Überprüfung der Gesetzeslage zum Schutz der Religionsfreiheit. Der Bericht der Kommission wird für Ende März 2018 erwartet.

KNA / jbj

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