Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung

Suche Frieden. Das Beispiel Kolumbien

Politiker und Kirchenvertreter aus Deutschland und Kolumbien diskutieren auf dem Katholikentag über die Chancen für einen Frieden in dem von jahrzehntelangem Bürgerkrieg gebeutelten Land.
Juan Manuel Santos
| Der kolumbianische Staatspräsident Juan Manuel Santos trifft auf dem Katholikentag Landsleute. Foto: Josef Bordat.

Im September 2016 hatten die kolumbianische Regierung und die Rebellen der Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia (FARC) ihren Willen bekundet, einen Krieg zu beenden, der 1964 begann und etwa eine Viertelmillion Menschen das Leben kostete, die meisten davon Zivilisten. Kolumbien war über Jahrzehnte ein besonders für Ausländer – Geschäftsleute, Touristen, Entwicklungshelfer, Missionare, Studenten – hochgefährliches Land, da sich die FARC nicht nur aus dem Drogenhandel, sondern auch aus Lösegelderpressung nach Entführungen finanzierte. Mehr als sieben Millionen Menschen wurden infolge des Bürgerkriegs zu Binnenflüchtlingen.

Die Situation Kolumbiens heute ist dennoch angespannt: Nicht alle erkennen den Friedensschluss an. Immer noch sind rund 1000 FARC-Kämpfer im Grenzgebiet zu Ecuador unter Waffen und zur Fortsetzung der Gewalt bereit. Erst im März wurden zwei dort recherchierende Journalisten und ihr Fahrer entführt und ermordet (Die Tagespost berichtete).

Vor diesem komplexen Hintergrund trafen in der gut gefüllten Großen Halle Münsterland die Bundesjustizministerin Katarina Barley, Christiane Bögemann-Hagedorn, Lateinamerikabeauftragte im Bundesentwicklungsministerium und Pater Michael Heinz SVD, der Hauptgeschäftsführer von Adveniat, auf die Gäste aus Südamerika: Erzbischof Luis Augusto Castro Quiroga IMC aus der Diözese Tunja in Kolumbien und der kolumbianische Staatspräsidenten Juan Manuel Santos. Die Gratwanderung zwischen Friedenswillen und der Schaffung einer Gerechtigkeit, die den Frieden dauerhaft macht, war in den Beiträgen zu spüren.

DT (Josef Bordat)

Themen & Autoren
Bürgerkriege Frieden und Friedenspolitik Juan Manuel Santos

Weitere Artikel

Belgiens düstere Schatten in dem afrikanischen Land werden erst jetzt aufgearbeitet, doch die Leiden dauern an.
25.07.2026, 07 Uhr
Michael Gregory
Darf man nur einem „gerechten Frieden“ zustimmen? Der heilige Thomas von Aquin wäre anderer Meinung.
13.07.2026, 15 Uhr
Bernhard Koch
Wie ist es, mit einem Menschen befreundet zu sein, der in entscheidenden Dingen ganz anders denkt als man selbst? Nächstenliebe muss sich im Konflikt bewähren. 
08.08.2026, 11 Uhr
Birgit Kelle

Kirche

Bei „Mariä Himmelfahrt" geht es weniger darum, ob Maria gestorben ist, als um die Hoffnung auf die Auferstehung und die Vollendung des Menschen bei Gott.
15.08.2026, 04 Uhr
Dorothea Schmidt
Katechismuslesen reicht nicht: Warum der Abtprimas der Benediktiner, Jeremias Schröder, der Mutter Jesu große Bedeutung für seinen Glauben beimisst.
14.08.2026, 15 Uhr
Esther von Krosigk
In Obertshausen erinnert neuerdings eine Statue an den Kirchenlehrer Johannes vom Kreuz und an den spanischen Wallfahrtsort Caravaca de la Cruz.
14.08.2026, 09 Uhr
Oliver Gierens
Der eskalierende Streit zwischen Kirche und Regierung beschädigt die Autorität beider Seiten und spaltet ein Land, das von unfreundlichen Nachbarn umgeben ist.
14.08.2026, 17 Uhr
Stephan Baier
Tod in der Arena oder lebendig begraben im Bergbau? Im dritten Jahrhundert wurden auch Päpste zu Märtyrern. Der 13. August ist der Gedenktag des heiligen Papstes Pontianus.
12.08.2026, 21 Uhr
Claudia Kock