Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Im Gespräch mit Matthias Döpfner

Orbán: „Sind Teil der westlichen, römisch-katholischen Zivilisation“

Der ungarische Premierminister sieht sein Land nicht auf der Seite Russlands, sondern im Westen verwurzelt. Gleichzeitig kritisiert er die europäische Position in Putins Krieg gegen die Ukraine. 
Ungarns Premierminister Viktor Orbán
Foto: IMAGO/CNP/AdMedia (www.imago-images.de) | Auch wenn die Ungarn ihre Ursprünge in ganz unterschiedlichen Weltregionen hätten, gehöre man zum Westen. „Wir sind Teil der westlichen, römisch-katholischen Zivilisation“, betonte Orbán, der selbst Calvinist ist.

Ungarns Premierminister Viktor Orbán hat die Verwurzelung seines Landes im Westen betont: Im Podcast-Gespräch mit dem Springer-Vorstandsvorsitzenden Matthias Döpfner erklärte der 62-Jährige: „Ungarn ist Teil der westlichen Zivilisation.“ Auch wenn die Ungarn ihre Ursprünge in ganz unterschiedlichen Weltregionen hätten, gehöre man zum Westen. „Wir sind Teil der westlichen, römisch-katholischen Zivilisation“, betonte Orbán, der selbst Calvinist ist.

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Springer-Vorstand Döpfner hatte Orbán in dem bereits am Sonntag veröffentlichten ausführlichen Gespräch unmittelbar zuvor gefragt, auf welcher Seite er Ungarn in dem hypothetischen Szenario sehe, dass Russlands Präsident Wladimir Putin sich mit dem US-Präsidenten Donald Trump einige, Europa in einen russischen und einen westlichen Teil zu teilen. Orbán hob auch hervor, weder aus der NATO noch aus der Europäischen Union austreten zu wollen. „Wir wollen bleiben“, sagte er wörtlich. Auch wenn man Probleme mit Brüssel habe, wolle man die EU nicht verlassen, sondern „gerne reparieren, gerne reformieren“.

„Ich denke, wir sind einem Frieden sehr nahe“

Auf die Frage, wie wahrscheinlich er einen Friedensschluss zwischen Russland und der Ukraine in nächster Zeit halte, erwiderte Orbán: „Ich denke, wir sind einem Frieden sehr nahe.“ Dabei lobte er die US-Regierung und kritisierte gleichzeitig die Position der EU: Trump sei für einen Frieden, die Europäer seien es nicht. Die europäische Position bestehe darin zu sagen, dass man „jetzt im Moment keinen Friedensschluss will“.

Der ungarische Premier wörtlich: „Sie wollen den Krieg fortsetzen. Sie denken und reden öffentlich davon, dass wir den Krieg fortsetzen und die Ukraine stärker unterstützen müssen. Die Situation an der Front werde sich verbessern und wir werden bessere Voraussetzungen für Friedensverhandlungen vorfinden.“ Diese Sicht sei „komplett falsch“. Die Situation und das Timing seien besser für die Russen als für den Westen. „Daher müssen wir den Krieg so schnell wie möglich beenden.“  DT/mlu

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