Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung

Schlüsseljahr 1968

Das Jahr 1968 ist zu einer Chiffre geworden. Auch für die Katholische Kirche markiert es eine Zäsur. Ob es sich dabei um einen Aufbruch oder Abruch handelt, kommt ganz auf die Lesart an.
Katholikentag 1968
Foto: KNA-Bild (KNA) | Teilnehmer des 82. Katholikentag in Essen haben im September 1968 an einer Tribüne ein Protestplakat mit der Aufschrift "sich beugen und zeugen". Kurz zuvor hatte Papst Paul VI.

Das Jahr 1968 ist zu einer Chiffre geworden. Für die Einen ist es so etwas wie das zweite Gründungsdatum der Republik. Für die Anderen ist "68" zum Synonym für eine Kulturrevolution geworden, die alle gewachsenen Traditionen und Strukturen der bürgerlichen Lebenswelt in Frage gestellt hat. Die erste Lesart gilt als "links", die zweite als "rechts". Aber werden diese Kategorisierungen nicht immer mehr selbst zu Chiffren, zu bloßen Etiketten, die kaum noch Aussagekraft besitzen? Fest steht: 1968 ist ein Schlüsseljahr für die kirchliche Entwicklung in Deutschland.  Im Mittelpunkt steht dabei der 82. Katholikentag in Essen. Er symbolisiert die verpassten Chancen. Unter dem Leitwort "Mitten im dieser Welt" gelang es dort nicht, überzeugend eine katholische Antwort zu formulieren. Es gibt aber auch das andere 68, das Jahr der kraftvollen katholischen Akzente: Papst Paul VI. veröffentlicht seine Enzyklika "Humanae vitae" mit dem Verbot künstlicher Mittel zur Empfängnisverhütung. Und ein junger Theologe namens Joseph Ratzinger veröffentlicht ein Buch, das schon bald die Bestseller-Listen stürmt: "Einführung in das Christentum".

Aufbruch oder Abbruch? Es kommt ganz auf die Lesart an. Lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 15. März eine Annäherung an das Schlüsseljahr 1968 aus zwei verschiedenen Perspektiven.

DT/sesa

Themen & Autoren
Katholische Kirche Katholischer Kirchentag Verhütung (Sexualität)

Weitere Artikel

Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz verteidigt in ihrem neuen Buch das christliche Menschenbild gegen Selbstermächtigung, Synodalismus und den Verlust des Heiligen.
31.05.2026, 11 Uhr
Magdalena Gmehling
E. T. A. Hoffmanns Literatur wirkt bis ins KI-Zeitalter nach. Seine Gedankenexperimente sind keine Fluchten, sondern fordern unser Wirklichkeitsverständnis heraus.
24.01.2026, 11 Uhr
Patrick Peters

Kirche

Der eskalierende Streit zwischen Kirche und Regierung beschädigt die Autorität beider Seiten und spaltet ein Land, das von unfreundlichen Nachbarn umgeben ist.
14.08.2026, 17 Uhr
Stephan Baier
Katechismuslesen reicht nicht: Warum der Abtprimas der Benediktiner, Jeremias Schröder, der Mutter Jesu große Bedeutung für seinen Glauben beimisst.
14.08.2026, 15 Uhr
Esther von Krosigk
In Obertshausen erinnert neuerdings eine Statue an den Kirchenlehrer Johannes vom Kreuz und an den spanischen Wallfahrtsort Caravaca de la Cruz.
14.08.2026, 09 Uhr
Oliver Gierens
Tod in der Arena oder lebendig begraben im Bergbau? Im dritten Jahrhundert wurden auch Päpste zu Märtyrern. Der 13. August ist der Gedenktag des heiligen Papstes Pontianus.
12.08.2026, 21 Uhr
Claudia Kock
Wer und was in deutschen Bistümern willkommen ist, zeigt sich besonders deutlich im Umgang mit der traditionellen lateinischen Messe und der Priesterbruderschaft St. Pius X.
11.08.2026, 20 Uhr
Jakob Naser