Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Folgen von Putins Invasion

Russlands Krieg spaltet Afrika

Der Kontinent leidet unter den Folgen der Kriege gegen die Ukraine und in Nahost.
Nigers Premierminister Ali Mahamane Lamine Zeine
Foto: IMAGO/Sergei Pyatakov (www.imago-images.de) | Auch mit Niger werden Russlands Bande immer enger: der Premierminister des Landes, Ali Mahamane Lamine Zeine, zu Besuch in Moskau.

Die Folgen des russischen Kriegs gegen die Ukraine sind auch in Afrika zu spüren. Afrika leidet zudem unter dem eskalierenden Nahostkonflikt. Noch mehr Menschen hungern, weil die Brotpreise seit Putins Invasion im Februar 2022 in vielen Ländern hochschnellten, denn die Getreidelieferungen aus der Ukraine bleiben weitgehend aus. Die durch den Krieg Russlands verursachte Unterbrechung der Importe führt in zahlreichen Ländern zu einer Verknappung von Lebensmitteln.

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Wie in der Zeit des Kalten Krieges ist Afrika heute wieder in zwei Lager gespalten: in das pro-westliche und das wachsende pro-russische Lager. Mit Russlands Krieg gegen die Ukraine ist eine lange nicht gesehene Polarisierung in Afrika eingetreten, die an Schärfe zunimmt. So gärt in den Sahel-Ländern Mali, Burkina Faso und Niger eine giftige Mischung aus Hass auf die frühere Kolonialmacht Frankreich, Ressentiments gegenüber Amerika als westlicher Führungsmacht und Ablehnung der westafrikanischen, westlich-orientierten Regionalorganisation ECOWAS. In Mali sind schon seit längerem russische Wagner-Einheiten stationiert, in Burkina Faso gibt es einen russischen Ausbildertrupp und in Niger erwägt man, sich die frühere „Wagner“-Gruppe (heute Afrika-Korps) als Alternative zu den Einheiten des Westens ins Land zu holen.

Krieg in Gaza hat die Zweiteilung Afrikas forciert

Doch auch der Krieg in Gaza hat die Zweiteilung Afrikas forciert: Während es bei der Zuwendung zu Moskau stark um sicherheitspolitische Fragen geht, schwingt bei der Nahost-Frage viel Ideologie mit. Südafrika etwa wirft Israel vor, im Nahostkonflikt Völkermord an den Palästinensern zu begehen – und hat das Land beim Internationalen Strafgerichtshof verklagt. Es kam zu einer Allianz zwischen Linken und politischem Islam. Fundamentale weltanschauliche Distanz spielt da keine Rolle: Die Organisation für islamische Zusammenarbeit (OIZ) stellte sich öffentlich hinter Südafrika, als es Ende Dezember seine Klage einreichte.

Putins Krieg gegen die Ukraine und der Krieg in Gaza haben das politische Gefüge in Afrika ins Wanken gebracht, neben allen wirtschaftlichen Nachteilen, die entstanden. Die 54 Staaten des Kontinents, die von mehr Zusammenarbeit untereinander und mit der restlichen Welt profitieren würden, sind mehr denn je uneins.  DT

Lesen Sie eine Analyse der politischen Lage in Afrika am Donnerstag in Ihrer „Tagespost“.

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