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Rühre nicht Äthiopien an

Muslimische Quellen belegen: Äthiopien war seit jeher ein gastfreundliches Land. Dennoch kommt es immer wieder zu ethnischen Konflikten. Ein Gespräch mit dem Vorsitzenden der Äthiopischen Bischofskonferenz.
Proteste nach Gewaltwelle in Äthiopien
Foto: Mulugeta Ayene (AP) | Kardinal Souraphiel sieht den Frieden in Äthiopien nicht durch religiöse, sondern durch ethnische Konflikte bedroht.

Seit April hat Äthiopien einen neuen Premierminister: Abiy Ahmed. Sein Name ist Programm, denn das amharische Wort „abiyot“ bedeutet so viel wie „Revolution“. Innerhalb weniger Monate hat es Abiy geschafft, innenpolitische und außenpolitische Reformen durchzuführen. Der Friedensschluss mit Eritrea und die Freilassung von Oppositionellen aus der Haft gehören zu seinen bisherigen Amtshandlungen, für die er im Land wie ein Held gefeiert wird.

Seit einigen Wochen verzeichnet der Friede in Äthiopien Rückschläge

Doch seit einigen Wochen verzeichnet der junge Frieden in Äthiopien Rückschläge. Die jüngsten Gewaltausbrüche gegen ethnische Minderheiten und Massenproteste in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba drohen die Reformen Abiys zu blockieren. Militante Jugendliche der Oromo-Volksgruppe, Anhänger der Oromo-Befreiungsfront, sollen Angehörige der Volksstämme der Gamo und Amhara getötet haben. Insgesamt gibt es etwa 80 Volksgruppen in Äthiopien. Immer wieder entzünden sich Konflikte um Weideland und Ressourcen, besonders im Süden des Landes.

Der Erzbischof von Addis Abeba und Vorsitzender der äthiopischen Bischofskonferenz Kardinal Berhaneyesus Demerez Souraphiel sieht den Frieden nicht durch religiöse, sondern durch ethnische Konflikte bedroht, weil das förderale Regierungssystem in Äthiopien auf ethnischer Herkunft basiere. „Das brachte mehr Diversität, mehr Spannungen und ein größeres Gewicht auf die ethnischen Differenzen als auf die Einheit aller Menschen in Äthiopien."

Föderales Regierungssystem basiert auf ethnischer Herkunft

Im Gespräch mit der "Tagespost" unterstreicht der Kardinal darüber hinaus die Bedeutung von christlichen Werten wie Gastfreundschaft. Äthiopien hat in den letzten Jahren eine Million Flüchtlinge aufgenommen. Dass das Land am Horn von Afrika seit jeher gastfreundlich war, beweisen auch muslimische Quellen, in denen es heißt: "Rühre nicht Äthiopien an".

Was damit gemeint ist, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Tagespost vom 04. Oktober. Kostenlos erhalten Sie diese Ausgabe hier.

DT/bwi

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Erzbischöfe Ethnische Konflikte und Unruhen Ethnische Minderheiten Massenproteste Volksstämme

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