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Die Flamingo-Revolution

Albanien erlebt Massenproteste für eine politische Wende. Renovabis-Pressesprecher Thomas Schumann meint: Das Land braucht eine glaubwürdige EU-Beitrittsperspektive.
Regierungskritische Proteste in Albanien
Foto: IMAGO/Ervin Shulku (www.imago-images.de) | Bis zu 250.000 Menschen jeden Alters und aller sozialen Gruppen gehen inzwischen unter dem Symbol des Flamingos auf die Straße.

In Albanien tragen Demonstrierende rosa Flamingos aus Pappe durch die Straßen. Die Proteste begannen im Küstendorf Zvërnec und haben inzwischen die Hauptstadt Tirana erreicht. Bis zu 250.000 Menschen jeden Alters und aller sozialen Gruppen gehen auf die Straße. Man spricht von der „Flamingo-Revolution“. Sie richtet sich gegen Korruption, Umweltzerstörung und politische Missstände. Auch die zögerliche EU steht in der Kritik, weil viele eine stärkere Unterstützung erwarten. Noch bleiben die Proteste friedlich. Doch Ungeduld und Frust wachsen. Ein Umschlagen in Gewalt würde der jungen, aktiven Zivilgesellschaft schaden.

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Der Flamingo ist zum Symbol der Proteste geworden. Zugleich sind die Flamingos in Albanien selbst bedroht: Der US-Investor Jared Kushner, Schwiegersohn von Donald Trump, plant in einem Naturschutzgebiet an einer Lagune ein Luxusresort mit 10.000 Hotelzimmern. So betrachten offenbar die Trumps die Welt: als gewinnmaximierend auszubeutende Wirtschaftsressource, die der dort beheimateten Bevölkerung samt schützenswerter Natur rücksichtslos genommen werden kann: Grönland-Begierden lassen grüßen.

Aus dem rosafarbenen Flamingo wird das zornesrote Protestsymbol

So wird aus dem rosafarbenen Flamingo das zornesrote Protestsymbol. Denn an der „Riviera Shqiptare“, der Albanischen Riviera, wollen US-Investoren offenbar Rendite sichern. Albanische Projektentwickler kamen den Plänen des Trump-Clans wohl entgegen: Staatliche Stellen halfen bei Planung, Infrastruktur und Steuervergünstigungen. Deshalb wächst die Wut: Die rosa Flamingos werden vor Zorn immer röter.

Renovabis fordert seit Langem eine glaubwürdige EU-Beitrittsperspektive für Albanien und den Westbalkan. Vor allem junge Menschen wünschen sich mehr Demokratie, weniger Korruption und bessere Chancen. Viele haben das Vertrauen in die Politik verloren und verlangen Transparenz sowie Verantwortung. Renovabis sieht in starker Zivilgesellschaft und Jugendförderung einen Beitrag zur Stabilität Albaniens. Programme wie „YourJob“ schaffen Perspektiven. Viele Jugendliche wollen jedoch mehr als wirtschaftliche Sicherheit: Sie möchten ihre Zukunft in einem demokratischen und gerechten Albanien gestalten.


Der Autor ist Pressesprecher von Renovabis, dem Osteuropa-Hilfswerk der deutschen Katholiken.

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Thomas Schumann Donald Trump Massenproteste Renovabis Zorn

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