Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Frankreich

Recht auf Abtreibung soll in der Verfassung verankert werden

Macron kündigt Vorlage des Gesetzentwurfs bis Ende des Jahres an.
Macron kündigt Vorlage des Gesetzentwurfs  "mit Recht auf Abtreibung" bis Ende des Jahres an.
Foto: IMAGO/Nicolas Landemard / Le Pictorium (www.imago-images.de) | Um die Verfassung zu ändern, benötigt Macron entweder ein Referendum oder die Zustimmung von mindestens drei Fünfteln der Mitglieder beider Parlamentskammern zu dem Gesetzentwurf.

Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron hat zum wiederholten Male angekündigt, einen Gesetzentwurf vorzulegen, mit dem ein „Recht auf Abtreibung“ in der französischen Verfassung verankern werden soll. Auf X (vormals Twitter) schrieb Macron am vergangenen Sonntag: 2024 werde „die Freiheit der Frauen, eine Abtreibung zu haben, unumkehrbar sein“. Um die Verfassung zu ändern, benötigt Macron entweder ein Referendum oder die Zustimmung von mindestens drei Fünfteln der Mitglieder beider Parlamentskammern zu dem Gesetzentwurf, der laut Macron nun bis Ende des Jahres vorgelegt werde.

Rund 230.000 Abtreibungen pro Jahr

Vorgeburtliche Kindstötungen sind in Frankreich seit 1975 straffrei. Das Gesetz, das dies ermöglicht, wurde nach der damaligen Gesundheitsministerin Simone Veil benannt. Damals war noch die Rede davon, dass sich die abtreibungswillige Frau in einer „Notsituation“ befinden müsse. Inzwischen reicht es aus, dass sie nicht gewillt ist, die Schwangerschaft fortzusetzen. In den zurückliegenden Jahren wurde die Frist für eine straffreie Abtreibung zudem schrittweise von der 10. auf die 14. Schwangerschaftswoche angehoben. In Frankreich werden jährlich rund 230.000 Abtreibungen vorgenommen.  DT/reh

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Emmanuel Macron Lebensschutz Schwangerschaftsabbruch Simone Veil

Weitere Artikel

Der US-Bundesstaat Massachusetts senkt die Hürden für Spätabtreibungen. Lebensschützer sprechen von einer faktischen Freigabe bis zur Geburt.
12.08.2026, 18 Uhr
José García
Das britische Oberhaus macht den Weg für Spätabtreibungen frei. Die Erzbischöfin von Canterbury stimmt gegen die Entscheidung, will aber auch keine Strafverfolgung von abtreibenden Frauen.
19.03.2026, 16 Uhr
Meldung

Kirche

Der eskalierende Streit zwischen Kirche und Regierung beschädigt die Autorität beider Seiten und spaltet ein Land, das von unfreundlichen Nachbarn umgeben ist.
14.08.2026, 17 Uhr
Stephan Baier
Katechismuslesen reicht nicht: Warum der Abtprimas der Benediktiner, Jeremias Schröder, der Mutter Jesu große Bedeutung für seinen Glauben beimisst.
14.08.2026, 15 Uhr
Esther von Krosigk
In Obertshausen erinnert neuerdings eine Statue an den Kirchenlehrer Johannes vom Kreuz und an den spanischen Wallfahrtsort Caravaca de la Cruz.
14.08.2026, 09 Uhr
Oliver Gierens
Tod in der Arena oder lebendig begraben im Bergbau? Im dritten Jahrhundert wurden auch Päpste zu Märtyrern. Der 13. August ist der Gedenktag des heiligen Papstes Pontianus.
12.08.2026, 21 Uhr
Claudia Kock
Wer und was in deutschen Bistümern willkommen ist, zeigt sich besonders deutlich im Umgang mit der traditionellen lateinischen Messe und der Priesterbruderschaft St. Pius X.
11.08.2026, 20 Uhr
Jakob Naser