Papst redet Weltwirtschaftsforum in Davos ins Gewissen

Deutlich stärkere Anstrengungen für mehr Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit: Das fordert Papst Franziskus von den Teilnehmern des Wirtschaftsgipfels in den schweizer Bergen.
Weltwirtschaftsforum Davos - Vorbereitungen
Foto: Gian Ehrenzeller (KEYSTONE) | Das Logo des 48. jährlichen stattfindenden Wirtschaftsforums (WEF) ist am 21.01.2018 in Davos (Schweiz) auf einer Scheibe zu sehen.

Papst Franziskus hat das Weltwirtschaftsforum in Davos zu deutlich stärkeren Anstrengungen für mehr Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit aufgefordert. Menschen drohten „zu bloßen Zahnrädern im Getriebe einer Maschinerie zu werden, die sie als bloße Konsumgüter behandelt“, schrieb er in einem Brief an Klaus Schwab, den Gründer und Präsidenten des Weltwirtschaftsforums. Sobald diese Menschen für die Maschinerie nicht mehr nützlich erschienen, würden sie „skrupellos entsorgt“. „Es ist eine moralische Pflicht, eine Verantwortung für jedermann, die entsprechenden Bedingungen zu schaffen, damit jede menschliche Person in Würde leben kann“, mahnte der Papst. Wenn sie sich der Gleichgültigkeit und „Wegwerfkultur“ widersetze, hätte die Unternehmerschaft enorme Macht, wirksam etwas zu verändern. Sie könne die Produktivität erhöhen, neue Arbeitsplätze schaffen, Arbeitsschutzgesetze zu beachten, gegen Korruption zu kämpfen und sich für das Gemeinwohl einzusetzen.

„Nur durch den festen Entschluss aller wirtschaftlichen Akteure können wir hoffen, dem Schicksal unserer Welt eine andere Wendung geben zu können“, so Franziskus. Jetzt sei der richtige Zeitpunkt, der Verantwortung zur Entwicklung der Menschheit gerecht zu werden. Das Weltwirtschaftsforum findet vom 23. bis 26. Januar im schweizerischen Davos statt. Mehr als 3000 Entscheider aus der Wirtschaft, Politiker, Wissenschaftler, aber auch Vertreter der Zivilgesellschaft nehmen daran teil. 

DT/KNA

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