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Pandemie sorgt für Rückgang körperlicher Aktivität

Während der Pandemie hat sich die körperliche Aktivität um etwa 20 Prozent verringert, ergibt eine globale Befragung. Ein positiver Trend lässt sich aber erkennen.
Corona und Bewegungsmangel
Foto: Chris Melzer (dpa) | Bei Menschen mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes führten die Lockdown-Maßnahmen dazu, dass mehr Stress, Angstzustände und Gewichtszunahme verzeichnet wurden.

Kontaktbeschränkungen und Ausgangssperren haben weltweit während der COVID-19-Pandemie zu einem Rückgang körperlicher Bewegung geführt. Dies stellen Mediziner der Arbeitsgemeinschaft Diabetes, Sport und Bewegung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) im aktuellen Deutschen Gesundheitsbericht Diabetes 2022 fest. Sie präsentieren darin die vorläufigen Ergebnisse einer globalen Befragung.

Tägliche Sitz-Zeit nimmt um mehr als 28 Prozent zu

Danach hat sich die körperliche Aktivität um etwa 20 Prozent im Vergleich zu der Zeit vor der Corona-Pandemie verringert.  Gleichzeitig hat die täglichen Sitz-Zeit um mehr als 28 Prozent zugenommen. Bei Menschen mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes führten die Lockdown-Maßnahmen außerdem dazu, dass mehr Stress, Angstzustände und Gewichtszunahme verzeichnet wurden. Auch die Auswertung von Smartphone-Daten aus verschiedenen Ländern belegen dies.

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Diese Daten zeigen einen Rückgang der mittleren täglichen Schrittzahl 30 Tage nach der jeweiligen epidemischen Notlage um 27,3 Prozent. Gleichzeitig weisen die Spezialisten für die „Zivilisationskrankheit Diabetes“ (Typ II-Diabetes) darauf hin, dass Bewegung in Coronazeiten wichtiger denn je ist. Verbessert werden dadurch nicht nur die kardiorespiratorische Fitness. Auch die Immunabwehr wird durch Bewegung verbessert.  

Die Mediziner zitieren den US-amerikanischen Immunologen David C. Nieman, der in der Corona-Pandemie ein Alarmsignal für eine alternde, aber auch untrainierte, übergewichtige und immungeschwächte Gesellschaft sieht. Neben Hygienemaßnahmen müsse auch die Frage nach der idealen Belastungsintensität zur Stärkung des Immunsystems gestellt werden. In den USA hatten schon mehrfach Studien ergeben, dass Kirchgänger im Vergleich zu einer religionsfernen Vergleichsgruppe verbesserte Stoffwechselwerte und eine günstigere kardiovaskuläre Verfassung hatten.

(Zu) hohe Intensitäten von Sport schwächen das Immunsystem

Fest stehe auch: (Zu) hohe Intensitäten von Sport schwächten das Immunsystem, setzen es unter Stress. Ebenso hat eine Untersuchung ergeben, dass an COVID-19 erkrankte Patienten, die in den zwei Jahren vor der Pandemie regelmäßig körperlich sehr inaktiv waren, ein höheres Risiko hatten, ins Krankenhaus eingeliefert zu werden, intensivpflichtig zu werden oder zu versterben, als solche, die regelmäßig körperlich aktiv waren (Kriterium in der Studie: mindestens 150 Minuten/Woche) 

Chancen habe die Pandemie nach Auffassung der Diabetes-Forscher auch geboten: So habe Corona die Potenziale des Radfahrens offengelegt. Während phasenweise der öffentliche Personennahverkehr stillstand, seien Fahrradläden leer gekauft worden. Kommunen haben mit Radwegen und „Shared-Street-Konzepten“ den Rahmen bereitet. 

Insbesondere Kinder und Jugendliche haben zu Beginn der Pandemie offensichtlich Bewegungsräume gesucht. Der Umfang der Alltagsaktivitäten verlängerte sich um rund 36 Minuten, obwohl gleichzeitig die Zeit am Bildschirm um eine Stunde zunahm. 

Zusätzlich zur bekannten AHA-Formel (Atemschutz-Hygiene-Abstand) empfehlen die Mediziner die FIT-Formel (Frequenz-5-mal Bewegung die Woche)-Intensität (moderate Belastung)-Time (150 Minuten Bewegung pro Woche). DT/rkl

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