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Olaf Scholz ist keine schwäbische Hausfrau

Wäre es aber wahrscheinlich gern. Von einem Vati-Effekt ist der Piraten-Kanzler noch weit entfernt.
Bundeskanzler Olaf Scholz schafft keinen Vati-Effekt
Foto: Michael Kappeler (dpa) | Alle Umfragen beweisen dass der Kanzler es nicht schafft, einen Vati-Effekt zu erzeugen.

Wenn‘s ums Geld geht, dann wird es ernst. Das ist nicht nur in der Familie so, sondern gilt erst recht für die große Politik. Deswegen ist die Haushaltsdebatte traditionell immer eine der parlamentarischen Höhepunkte im Jahr.

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Die Generaldebatte ist gewöhnlich die Generalabrechnung der Opposition mit der Regierung. So war es auch in dieser Woche. Doch die Deutschen schauen im Moment nicht auf die Politik, weil sie die Sehnsucht nach rhetorischem Feuerwerk umtreibt. Nicht Cicero ist die Sehnsuchtsfigur, sondern die schwäbische Hausfrau. Sie gilt als der Inbegriff der haushälterischen Solidität. Sparsam, berechenbar und immer an die Zukunft denkend.

Der Kanzler bekommt seine "Söhne" nicht in den Griff

Wie gerne würde Olaf Scholz zumindest ein wenig von diesem Charisma haben. Er gibt sich auch redlich Mühe. Aber alle Umfragen beweisen, der Kanzler schafft es nicht, einen Vati-Effekt zu erzeugen. Bei Mutti war das ja einmal ziemlich erfolgreich. Aber der Kanzler bekommt ja nicht einmal seine „Söhne“ in den Griff.

Einer aus der Koalitionskinderschar hat sich am Dienstag offen gegen Scholz aufgelehnt: Bundesfinanzminister Christian Lindner. Das brachte ihm Lob von Friedrich Merz ein: Deutschland habe nun zwei Oppositionsführer, nämlich ihn und den FDP-Chef. Das alles kann Scholz nicht gefallen. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die Liberalen das Problemkind der Ampel sind.

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