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Nicaragua: Weitere Geistliche festgenommen

Das Ortega-Regime hat erneut mehrere regierungskritische Geistliche inhaftiert - trotz der Verurteilung vorheriger Festnahmen durch die Vereinten Nationen.
Eine Collage zeigt die jüngst von der nicaraguanischen Regierung inhaftierten Geistlichen.
Foto: confidencial.digital“. | Eine Collage zeigt die jüngst von der nicaraguanischen Regierung inhaftierten Geistlichen.

Zwischen Weihnachten und Neujahr ist es erneut zu Verhaftungen von katholischen Geistlichen in Nicaragua gekommen. Einer der Verhafteten, Monsignore Silvio Fonseca, hatte dem Regime von Daniel Ortega und seiner Frau Rosario Murillo in Interviews vorgeworfen, „einen nie dagewesenen Hass“ gegen die katholische Kirche zu schüren und „das katholische Volk der Bildung in seinem Glauben zu berauben“. Stunden später erfolgte die Verhaftung von Miguel Mántica Cuadras, Pfarrer der Kirche „Franziskus von Assisi“ in Bolonia, Managua. Auch Mántica hatte das Vorgehen des Ortega-Regimes kritisiert. In einem Interview mit einer im Exil erscheinenden Online-Zeitung hatte er erklärt, dass es seit 2019 eine „Verfolgung der katholischen Kirche“ in Nicaragua gebe. Die Razzia hatte am 20. Dezember mit der Entführung des Bischofs Isidoro Mora Ortega von Siuna begonnen, der zusammen mit zwei Seminaristen abgeführt wurde.

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Kritik von UN und nicaraguanischer Bürger-Allianz

Zuvor hatte das Büro des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte (OHCHR), Regionalbüro für Mittelamerika und die Karibik, auf dem Sozialnetzwerk „X“ (ehemals „Twitter“) die jüngsten Angriffe der nicaraguanischen Regierung auf die Kirche scharf kritisiert: „Das #OHCHR verurteilt das gewaltsame Verschwinden von Bischof Isidoro Mora in #Nicaragua seit 8 Tagen und die neue Welle von Verhaftungen von Geistlichen. Sie verletzen nicht nur ihre persönliche Freiheit, sondern auch das Recht auf Religionsfreiheit, einen Grundpfeiler eines jeden demokratischen Staates.“

Laut der im Exil lebenden nicaraguanischen Anwältin Martha Patricia Molina bereite die „sandinistische Diktatur eine massive Verbannung oder strafrechtliche Verfolgung von Geistlichen“ vor. Im Oktober 2023 hatte das Regime bereits zwölf inhaftierte Priester verbannt und in den Vatikan geschickt. Gegen die Kirchenverfolgung protestierte auch die „Alianza Cívica por la Justicia y la Democracia de Nicaragua“ (Bürgerliche Allianz für Gerechtigkeit und Demokratie in Nicaragua). Auf ihrer Homepage verurteilte sie die Einschränkung der Religionsfreiheit und fordert „die sofortige und bedingungslose Freilassung“ der Geistlichen, da sie „kein Verbrechen begangen haben“. DT/jg

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