Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Ein Jahr vor US-Wahl

Neue Umfrage: Trump würde Biden deutlich schlagen

Der Republikaner führt in entscheidenden „Swing States“. Ob Eiwanderung, Wirtschaft oder Nahost: Trump hat fast immer gegenüber Biden die Nase vorn.
Schlechte Umfragewerte für Biden
Foto: IMAGO/Shawn Thew - Pool via CNP (www.imago-images.de) | US-Präsident vor dem Abgang? Wenn jetzt schon Präsidentschaftswahlen wären, müsste Joe Biden wohl Donald Trump das Feld überlassen.

Noch sind die nächsten amerikanischen Präsidentschaftswahlen knapp ein Jahr entfernt. Wären die US-Bürger jedoch bereits jetzt an die Urnen gerufen, müsste der Amtsinhaber Joe Biden wohl eine deutliche Niederlage gegen seinen potenziellen republikanischen Herausforderer Donald Trump hinnehmen. Eine am Sonntag veröffentlichte, von der „New York Times“ in Auftrag gegebene Umfrage kommt zu dem Ergebnis, dass Trump in fünf der sechs am härtesten umkämpften Bundesstaaten, den sogenannten „Swing States“, teilweise mit deutlichem Abstand vor Biden liegt.

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So führt der 77-jährige Ex-Präsident in den Staaten Arizona (5 Prozent Vorsprung), Georgia (6 Prozent), Michigan (5 Prozent), Nevada (10 Prozent) und Pennsylvania (4 Prozent). Nur in Wisconsin liegt Biden mit zwei Prozent vor Trump. Bei den letzten Präsidentschaftswahlen 2020 konnte Biden, der in zwei Wochen seinen 81. Geburtstag feiert, jeden dieser sechs Bundesstaaten für sich entscheiden.

In Sachen Abtreibung bevorzugen die Wähler Biden

Während der amtierende Präsident in landesweiten Umfragen schon seit längerer Zeit schwächelt, gibt die zwischen dem 22. Oktober und 3. November unter 3.662 registrierten Wählern durchgeführte Umfrage detaillierte Erkenntnisse zur grundsätzlichen politischen Stimmung im Land knapp ein Jahr vor der Wahl. Denn aufgrund des speziellen amerikanischen Wahlsystems ist das Ergebnis in den einzelnen Bundesstaaten für den Wahlausgang entscheidend, nicht der landesweite Stimmanteil. Jedoch führt Trump auch landesweit mit vier Prozentpunkten vor Biden.

Darüber hinaus wurden den Teilnehmern weitere konkrete Fragen zu ihrer Zufriedenheit mit Präsident Biden und ihren Erwartungen an den potenziellen republikanischen Herausforderer Donald Trump gestellt. Hier zeigt sich: In zahlreichen wesentlichen Punkten sprechen die Befragten Trump deutlich mehr Vertrauen aus als Biden. Beispielsweise bezüglich der Wirtschaftspolitik, die erfahrungsgemäß einen der wichtigsten Faktoren für die Wahlentscheidung darstellt: 59 Prozent gaben an, hier Trump eher zu vertrauen, nur 37 Prozent würden Biden ihr Vertrauen schenken. Insgesamt sind 59 Prozent mit der grundsätzlichen Amtsführung des Demokraten unzufrieden.

62 Prozent meinen: Biden geistig nicht mehr fit

Aber auch bei weiteren entscheidenden Themen liegt Trump teilweise deutlich vor Biden. 53 Prozent trauen dem Republikaner zu, mit der Einwanderungsfrage besser umzugehen, für Biden entschieden sich nur 41 Prozent. Exakt dieselbe prozentuale Verteilung ergibt sich, was das Thema „innere Sicherheit“ angeht. Und auch das derzeit wohl am meisten diskutierte außenpolitische Thema, der eskalierende Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern, sehen 50 Prozent der Wähler bei Trump besser aufgehoben – nur 39 Prozent würden dabei eher auf Biden vertrauen. Dagegen ist die Abtreibungsfrage, die Trump 2020 zu einem zentralen Inhalt seines Wahlkampfes machte, einer der wenigen Punkte, die die Wählerschaft deutlich lieber Biden anvertrauen (49 zu 40 Prozent). 

Biden, der bereits jetzt der älteste US-Präsident überhaupt ist, muss sich auch immer wieder mit dem Vorwurf auseinandersetzen, zu alt für eine zweite Amtszeit zu sein. In der jüngsten Umfrage teilten 71 Prozent diese Ansicht – sogar 54 Prozent seiner eigenen Anhänger denken so. Dagegen schätzen nur 19 Prozent Trump als zu alt ein, obwohl dieser mit 77 Jahren nur vier Jahre jünger ist als Biden – und bei Amtsantritt im Januar 2025 älter wäre als Biden im Jahr 2020. Für den Demokraten zudem bedenklich: 62 Prozent der Befragten halten ihn für geistig nicht mehr ausreichend fit, um das Amt des US-Präsidenten ausführen zu können.  DT/mlu

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