Diskriminierung

MIT sagt Vortrag wegen Kritik an „positiver Diskriminierung“ ab

Die renommierte Privatuniversität Massachusetts Institute of Technology (MIT) lud nach Protesten einen Geophysiker wieder aus, weil er sich zuvor kritisch zur Diversität und positiver Diskriminierung geäußert hatte. Nun lud die Princeton University ihn zu sich ein, und Tausende melden sich zur Teilnahme an.
MIT sagte eine Veranstaltung mit Dorian Abbot ab
Foto: Dimitris Vetsikas / Pixabay | Das MIT sagte eine Veranstaltung mit Dorian Abbot ab, weil dieser sich zu „positiver Diskriminierung“ geäußert hatte.

Am 21. Oktober hält der Professor für Geophysik an der University of Chicago, Dorian Abbot, um 16.30 Uhr Ortszeit (22.30 MEZ) an der Princeton University einen Vortrag zum Thema „Klima und die potentielle Lebenschance auf anderen Planeten“ innerhalb des „James Madison Program in American Ideals and Institutions“. Eigentlich sollte er sein Referat bei der renommierten privaten Forschungs-Hochschule „Massachusetts of Technology“ (MIT) im Rahmen der „John Carlson Vortragsreihe“ halten.

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Ausgeladen

Doch das MIT habe ihn - laut Boston Herald - wieder ausgeladen, nachdem es Proteste wegen seiner politischen Ansichten gab. Dorian Abbot hatte sich kürzlich in der Zeitschrift „Newsweek“ kritisch über Vielfalt, Gleichheit und Inklusiongeäußert. In seinem Beitrag lehnte er die „positive Diskriminierung“ - Bestrebungen unter anderem an Universitäten, bestimmte Ethnien bei Bewerbungsprozessen zu bevorzugen – ab, die er als Verstoß gegen das ethische und rechtliche Prinzip der Gleichbehandlung wertete.

Zu der für den 21. Oktober vorgesehenen Vorlesung von Abbot, die als ZOOM-Konferenz online abgehalten wird, hatten sich im Vorfeld vier Tage vor der Veranstaltung schon fast 8000 Teilnehmer registrieren lassen – ein – laut Boston Herald - „unvorstellbares Ausmaß“ für die Princeton-Vorlesungsreihe. 
Robert P. George, Leiter des „James Madison Program“, twitterte dazu: „Ich freue mich mitzuteilen, dass wir das ZOOM-Kontingent für Dr. Dorian Abbots Princeton-Vortrag – der schockierender- und beschämenderweise vom MIT gecanceled wurde – erweitert haben und sich Tausende von Menschen registrieren ließen. Einen Tag später twitterte George, dass das Kontingent für die ZOOM-Teilnehmer erneut erweitert worden war, da die Registrierungen sprunghaft in die Höhe geschnellt seien.

Starkes Interesse

Bisher habe das James Madison Program, so der Boston Herald weiter, noch nie ein derartiges Interesse an einer Online-Veranstaltung erlebt: „Zu Beginn der Pandemie lagen die Registrierungszahlen bei etwa 500 bis 600, am höchsten lag sie einmal bei ungefähr 900“.

Die Princeton University kündigt Professor Abbots Vortrag mit folgenden Worten an: „Dieser Vortrag wird Erkenntnisse ansprechen, die wir aus dem Studium des Erdklimas erlangt haben, und wie sie dafür genutzt werden, Vorhersagen darüber zu machen, welche Exoplaneten bewohnbar sein könnten, und wie astronomische Beobachtungen auf die Möglichkeit neuer Klimasysteme hindeuten, die auf der heutigen Erde nicht zu finden sind“. DT/ks

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