Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Neue Statistik

Mehr Abtreibungen in Deutschland

Um 0,2 Prozent höher als 2023 lag die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland im letzten Jahr. Nur ein kleiner Bruchteil geht auf Verbrechen oder Krankheiten zurück.
Absaugungseimer im OP
Foto: Copyright: xsrikijtx via imago-i (www.imago-images.de) | Hier enden die meisten abgetriebenen Kinder: Als blutige Klumpen im Auffangbeutel der OP-Absaugung (im Bild OP-Absaugung bei einer anderen OP).

Die Zahl der Abtreibungen in Deutschland ist erneut leicht gestiegen. Wie das statistische Bundesamt am heutigen Donnerstag mitteilte, wurden im Jahr 2024 106.000 Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen, was einer Steigerung von 0,2 Prozent im Vergleich zum Jahr 2023 entspreche. Im vergangenen Jahrzehnt hatte die Zahl der Abtreibungen meist relativ konstant unterhalb von 101.000 gelegen, erst 2022 war die Zahl deutlich gestiegen. Die Ursachen für die Entwicklung seien der Pressemitteilung zufolge „anhand der Daten nicht bewertbar“, insbesondere lägen „keine Erkenntnisse über die persönlichen Entscheidungsgründe für einen Schwangerschaftsabbruch nach der Beratungsregelung vor.“ Nach Beratungsregelung wurden demnach 96 Prozent der Kinder abgetrieben, nur vier Prozent hingegen nach medizinischer oder kriminologischer Indikation, also bei Schwangerschaft nach Vergewaltigung.

Lesen Sie auch:

In der Statistik erfasst sind auch Zeitpunkt und Methode der Abtreibung: So seien drei Prozent der Kinder nach dem ersten Trimenon abgetrieben worden, die meisten innerhalb der ersten acht Schwangerschaftswochen. Etwa die Hälfte der Kinder wurden durch Absaugung getötet, meist in Arztpraxen oder OP-Zentren. Rund 40 Prozent der Abtreibungen erfolgten medikamentös. Weniger als die Hälfte der Frauen (43 Prozent) hatten zum Zeitpunkt der Abtreibung noch kein Kind auf die Welt gebracht.

Im Vergleich zum Jahr 2014 liege die Zahl der Abtreibungen 6,8 Prozent höher, auch die Verteilung innerhalb der Altersgruppen änderte sich stark. Während die Abtreibungen bei 15- bis 17jährigen sowie bei den 20- 24jährigen Frauen deutlich zurückgingen, stiegen die Abtreibungen bei den 30-34jährigen um 12,8 Prozent, bei den 35-39jährigen sogar um mehr als 30 Prozent. Teilweise sei diese Entwicklung darauf zurückzuführen, so die Mitteilung, dass zeitgleich die Zahl der jüngeren Frauen gesunken sei (allerdings nicht so stark wie die Zahl der Abtreibungen), und die der älteren gewachsen, allerdings ebenfalls nicht so stark wie die der Abtreibungen. Gerechnet pro 10.000 Frauen hätten sich daher auch die Abtreibungsquoten bei den jüngeren leicht verringert, und bei den älteren merklich erhöht. (DT/jra)

Katholischen Journalismus stärken

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Stärken Sie katholischen Journalismus!

Unterstützen Sie die Tagespost Stiftung mit Ihrer Spende.
Spenden Sie direkt. Einfach den Spendenbutton anklicken und Ihre Spendenoption auswählen:

Die Tagespost Stiftung-  Spenden

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Abtreibung Lebensschutz Schwangerschaftsabbruch Vergewaltigung

Weitere Artikel

Kirche

Der Papst sieht den Moment gekommen, die Künstliche Intelligenz zu „entwaffnen“. Eigentlich geht es in „Magnifica humanitas“ aber eher um das „technokratische Paradigma“.
27.05.2026, 17 Uhr
Guido Horst
Auch die Entwickler selbst fürchten, dass sich eine Superintelligenz einmal gegen den Menschen richten könnte: Die KI-Enzyklika Papst Leos geht auf reale Sorgen ein.
27.05.2026, 19 Uhr
Guido Horst
Kommt die Seligsprechung? Wie Erzbischof Georg Gänswein bestätigt, sammelt das Dikasterium für die Heiligsprechung Schreiben aus aller Welt, die Gebetserhörungen dokumentieren.
27.05.2026, 14 Uhr
Regina Einig
Trotz Warnungen aus Rom: Die FSSPX gibt die Namen der Kandidaten für die geplanten Bischofsweihen bekannt. Auch dem Papst sollen sie bereits vorgestellt worden sein.
27.05.2026, 11 Uhr
Meldung
Neuer Teilnehmerrekord, Durchschnittsalter bei 21 und die Abschlussmesse mit Kardinal Burke: Chartres versammelte wieder Zehntausende. Was sagt das über die junge Generation?
27.05.2026, 10 Uhr
Elisabeth Hüffer