Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung

Kramp-Karrenbauer bekräftigt Nein zur Homo-„Ehe“

Als Katholikin habe sie einen sehr traditionellen Ehebegriff, so die Kandidatin für den CDU-Parteivorsitz. Als Parteivorsitzende traue sie sich durchaus zu, die CDU wieder zu alter Stärke zu führen.
Kramp-Karrenbauer zu Homo-"Ehe" und Leitkultur
Foto: Federico Gambarini (dpa) | Wenn jemand nach Deutschland komme, „muss er unsere Regeln einhalten. Wir müssen uns dieser Aufgabe nun wirklich stellen und sie umsetzen“, so Kramp-Karrenbauer zur Debatte um Migration und Leitkultur.

Die CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer hat ihre ablehnende Haltung zur „Ehe für alle“ bekräftigt. Als Katholikin habe sie einen sehr traditionellen Ehebegriff, der sich aus der Gemeinschaft von Mann und Frau definiere, erklärte die aussichtsreiche Kandidatin auf den CDU-Parteivorsitz im Gespräch mit der „Rhein-Neckar-Zeitung“.

Grundsätzlich nicht gegen gleichgeschlechtliche Partnerschaften

Grundsätzlich sei sie aber Partnerschaften von Homosexuellen gegenüber aufgeschlossen, so Kramp-Karrenbauer. „Ich bin nicht gegen gleichgeschlechtliche Partnerschaften.“ Auch als Ministerpräsidentin des Saarlandes habe sie sich dafür stark gemacht, Diskriminierungen gesetzlich abzubauen. „Die Entscheidungen, die mit parlamentarischen Mehrheiten getroffen worden sind, akzeptiere ich selbstverständlich.“

Im selben Interview äußerte sich Kramp-Karrenbauer, die in Umfragen knapp vor ihrem parteiinternen Widersacher Friedrich Merz liegt, auch zur Debatte um eine deutsche Leitkultur. „Über den Begriff Leitkultur regt sich niemand mehr auf“, so die 56-Jährige. Wenn jemand nach Deutschland komme, „muss er unsere Regeln einhalten. Wir müssen uns dieser Aufgabe nun wirklich stellen und sie umsetzen“. Die Gesetze in Deutschland besagten beispielsweise, dass Männer und Frauen gleichberechtigt seien. „Wir erwarten, dass das jeder akzeptiert, der zu uns kommt.“

"Ich warne davor, nur auf die AfD zu schauen"

Auf die Frage, ob sie Friedrich Merz tatsächlich zutraue, das Wahlergebnis der CDU wieder auf 40 Prozent zu bringen und die Stimmen für die AfD zu halbieren, antwortete Kramp-Karrenbauer: „Der eine traut es sich zu, und die andere hat es bewiesen.“ 2017 habe sie im Saarland für die CDU mehr als 40 Prozent geholt, während die AfD nur auf sechs Prozent gekommen sei. Dies sei auf Bundesebene zwar schwieriger. „Ich warne jedoch davor, nur auf die AfD zu schauen. Zuletzt haben wir gleichermaßen an die AfD und die Grünen verloren.“ Wenn man eine Volkspartei bleiben wolle, müsse man von beiden Parteien Wähler zurückgewinnen.

DT/mlu

Die Hintergründe zu diesem Thema finden Sie in der Wochenausgabe der Tagespost. Kostenlos erhalten Sie die Zeitung hier.

Themen & Autoren
Alternative für Deutschland Annegret Kramp-Karrenbauer CDU Friedrich Merz Katholikinnen und Katholiken

Weitere Artikel

Die Pläne der AfD mit „ethnischen Säuberungen“ in Verbindung zu bringen, war ein rhetorischer Missgriff. Friedrich Merz galt einmal als Redetalent. Alles Geschichte.
11.09.2026, 18 Uhr
Sebastian Sasse
Der Kabinettsumbau hat nur in einer Hinsicht einen Wechsel gebracht: Die Stimmung in der CDU ist jetzt noch schlechter als vorher.
29.07.2026, 17 Uhr
Sebastian Sasse

Kirche

Franziskus hatte Argentinien gemieden, Leo trifft Milei: Der offizielle Plan für die Reise von Leo XIV. nach Uruguay, Argentinien und Peru liegt vor.
21.09.2026, 16 Uhr
Meldung
Der polnische Franziskaner-Minorit Piotr Maria Januszewsk bereitet sich auf den Einsatz in der Seelsorge vor: Warum sich er sich für ein Leben in Deutschland entschieden hat.
21.09.2026, 13 Uhr
Susanne Hartfiel
Ein ehemaliger Schüler der Ordensschule Notre-Dame de Bétharram behauptet, von Bischof Pierre-Marie Théas sexuell missbraucht worden zu sein. Zu Ermittlungen wird es wohl nicht kommen.
21.09.2026, 06 Uhr
Meldung
Nachdem die Szene im Internet als eucharistisches Wunder gedeutet wurde, stellt Pfarrer Brent Bowman klar: Er habe eine „persönliche geistliche Erfahrung“ gemacht.
18.09.2026, 10 Uhr
Dorothea Schmidt
Gleicher Lohn für ungleiche Arbeit, davon spricht das Gleichnis vom Weinberg. Denn Gottes Barmherzigkeit funktioniert anders als menschliche Gerechtigkeit.
19.09.2026, 21 Uhr
Margarete Strauss