Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Erneut Tote in Manipur

In Ostindien droht die Eskalation

Menschenaktivisten warnen vor zunehmender Gewalt gegen Christen vonseiten nationalistischer Hindus.
Christen in Manipur beten für Frieden
Foto: IMAGO/Dipa Chakraborty (www.imago-images.de) | Christen stehen im ostindischen Staat Manipur immer mehr unter Druck vonseiten der hindu-nationalistischen Gruppen - und einer anscheinend gleichgültigen Regierung.

Die Lage im Bundesstaat Manipur droht die Gewalt gegen Christen zu eskalieren. Davor warnt die Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“. Bereits seit Anfang September sei es dort laut der Organisation immer wieder zu Kämpfen bewaffneter Gruppen von Hindus auf der einen und Christen auf der anderen Seite gekommen. Mindestens elf Personen seien dabei ums Leben gekommen.

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„Anstatt die gefährdeten Gemeinschaften zu schützen und die Rechtsstaatlichkeit aufrechtzuerhalten, hat die Regierung den seit langem bestehenden Hass und das Misstrauen zwischen den Gemeinschaften durch ihre Maßnahmen noch verstärkt“, so der Asien-Beauftragte von „Human Rights Watch“, Meenakshi Ganguly. In Manipur regiert die Bharatiya Janata Partei, die der hindu-nationalistischen Linie des indischen Premiers Narendra Modi folgt. Hier, wo der Konflikt nun Todesopfer forderte, seien unter anderem den hinduistischen Meitei Land zugesprochen worden, das überwiegend christliche Kuki-Zo bewohnten.

Maßnahmen der Regierung schaden Christen

Außerdem werfe die Regierung den Christen die Beherbergung von christlichen Flüchtlingen aus Myanmar, Drogenhandlung und illegale Abholzung vor. Die Maßnahmen der Regierung, eine Ausgangssperre und Einschränkungen beim Zugang zum Internet verschlimmere die Situation allerdings nur, warnt Ganguly. Als Reaktion auf die Gewalttaten habe die Regierung des Bundesstaates Anfang der Woche in betroffenen Teilen des Bundesstaates eine noch bis Sonntag geltende Ausgangssperre verhängt sowie den Zugang zum Internet eingeschränkt. Durch diese Maßnahmen werde die Situation jedoch nur verschlimmert.

Seit Mai 2023 starben im Zuge des Konflikts laut der Organisation über 200 Menschen. Mehr als 60.000 Vertriebene leben außerdem zur Zeit in Flüchtlingslagern. Besonders Unterkünfte und Gebäude der christlichen Kuki-Zo, darunter auch Kirchen, seien verwüstet und niedergebrannt worden. DT/sdu

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