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Ideologie können wir

Die Ampel ignoriert in der Gesundheitspolitik die drängenden Probleme der Zeit. Stattdessen tüftelt sie an "geschlechterneutralen" Formulierungen.
Lauterbach macht sich  Gedanken über Änderung des Heilmittelwerbegesetzes
Foto: Bodo Schackow (dpa) | Geht es nach Gesundheitsminister Karl Lauterbach, soll statt dem vorgeschriebenen "Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker" in Zukunft eine "geschlechterneutrale" Formulierung verwendet werden.

Die "Fortschrittkoalition" aus SPD, Grünen und FDP ist auch in der Gesundheitspolitik nicht aufzuhalten: In ihrer unermüdlichen Arbeit für eine bessere Zukunft, wider die drängenden Probleme unserer Zeit. Ach so, nein - dabei geht es leider nicht um die Beseitigung des Arzneimittelengpasses. Bereits seit geraumer Zeit fehlen Fiebersäfte für Kinder, Antibiotika und Krebsmedikamente. Doch hier dürfte sich nach einhelliger Meinung bis weit ins nächste Jahr keine Besserung erreichen lassen. 

Einfache, kostengünstige Verbesserungen

Es geht auch nicht um eine Verhinderung der Pleitewelle, die 2023 angesichts Kostensteigerungen für die Krankenhäuser erwartet wird. Wobei es an den Personalkosten, bei 20.000 unbesetzten Stellen in der Pflege, wohl nicht liegen kann. Die mittelfristig unumgängliche Reform des Gesundheitssystems dürfte jedenfalls entweder merkliche Leistungskürzungen beinhalten oder richtig teuer werden, vermutlich beides. Hoffentlich ist bis dahin wenigstens die milliardenteure Beschaffung von hunderten Millionen überzähliger Corona-Impfstoffdosen vergessen.

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Was also tun? Am besten, so denkt man sich scheinbar im Gesundheitsministerium, wir konzentrieren uns auf Verbesserungen, bei denen wir über Expertise verfügen, die einfach und kostengünstig zu bewerkstelligen sind. Und so macht sich Karl Lauterbach über eine Änderung des Heilmittelwerbegesetzes Gedanken. Statt dem vorgeschriebenen "Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker" soll in Zukunft eine "geschlechterneutrale" Formulierung verwendet werden. "Es entspricht der Realität der Versorgung", ließ der Gesundheitsminister die Bild-Zeitung mit Hinblick auf den hohen Frauenanteil im Gesundheitssektor wissen.

Ganz abgesehen davon, dass damit das beliebte Argument, die Änderung der Sprache wäre nötig, um eine Änderung der Verhältnisse zu befördern, ad absurdum geführt wird: Es gehört schon ein gepfeffertes Maß an politischer Unsensibilität gegenüber den Patienten und den unter den Belastungen ächzenden Beschäftigten im Gesundheitssystem dazu, für die Bearbeitung derartiger "Probleme" auch nur eine Beamt*in im Gesundheitsministerium abzustellen.

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