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Großbritannien: Maßnahmen gegen Abtreibung nach pränatalen Bluttests

Die britische Labour-Partei fordert: In Zukunft sollen Ärzte Mütter nach Bluttests im Frühstadium einer Schwangerschaft nicht mehr über das Geschlecht ihres Kindes informieren dürfen.
Abtreibung in Großbritannien
Foto: Sebastian Kahnert (ZB) | Mediziner, die für den „National Health Service“ (NHS), das nationale britische Gesundheitswesen arbeiten, dürfen die Testergebnisse zwar nicht verwenden, um Eltern über das Geschlecht des Kindes zu informieren, ...

In Großbritannien sollen Ärzte in Zukunft Mütter nach Bluttests im Frühstadium einer Schwangerschaft nicht mehr über das Geschlecht ihres Kindes informieren dürfen. Das fordert die oppositionelle Labour-Partei. Der Grund ist die Befürchtung, dass Mädchen gezielt abgetrieben werden.

Labour-Politikerin kritisiert Abtreibung von Mädchen nach Pränataltests

Wie der britische „Catholic Herald“ berichtet, bezeichnete es Naz Shah, die Beauftragte für Frauen und Gleichberechtigung der Labour-Partei, als „absolut falsch“, wenn Frauen dazu gedrängt würden, eine Abtreibung vorzunehmen, sollten sie ein Mädchen erwarten. Shah beklagte, dass es immer wieder vorkomme, dass Frauen nicht-invasive Pränataltests (NIPT) durchführen ließen, um das Geschlecht ihres Babys zu bestimmen, und es dann abtrieben, wenn es ein Mädchen würde.

Bei nicht-invasiven Pränataltests wird der Mutter im Frühstadium der Schwangerschaft eine Blutprobe entnommen, normalerweise zu dem Zweck, die DNA des Babys zu bestimmen und auf das Risiko möglicher genetischer Anomalien zu untersuchen. Der Test gibt jedoch ebenfalls Aufschluss über das Geschlecht des Kindes.

Private Kliniken dürfen Eltern Geschlecht des Kindes mitteilen

Mediziner, die für den „National Health Service“ (NHS), das nationale britische Gesundheitswesen arbeiten, dürfen die Testergebnisse zwar nicht verwenden, um Eltern über das Geschlecht des Kindes zu informieren. Private Kliniken können die Erkenntnisse jedoch frei mit den Eltern teilen. Daher fordert die Labour-Politikerin Shah: „NIPT-Tests sollten nur zu ihrem eigentlichen Zweck verwendet werden, und zwar der Prüfung auf schwere Krankheiten wie das Down-Syndrom.“ Die Regierung müsse jene „ausbeuterische Praxis“ in den Fokus nehmen und angemessene Regulierungen durchsetzen.

Die Äußerungen der Beauftragten für Frauen und Gleichberechtigung stellen eine Wende im Kurs der Labour-Partei dar. Noch im Februar 2015 hatte die Oppositionspartei mit großer Mehrheit gegen ein ausdrückliches Verbot von Abtreibungen aufgrund des Geschlechts des Kindes gestimmt.

DT/mlu

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