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Griechenland: Orthodoxie führt „Tag des ungeborenen Kindes“ ein

Ungeborene schützen und zugleich das Bewusstsein für das demografische Problem Griechenlands schärfen: Darum geht es der griechischen Orthodoxie mit dem „Tag des ungeborenen Kindes“. Denn die Bevölkerung des Landes könnte in den nächsten Jahren drastisch schrumpfen.
Lebensschutz in Griechenland
Foto: Arno Burgi (dpa-Zentralbild) | Eingebrachte hatte den Vorschlag zur Einführung des Tages die Bewegung „Lass mich leben“. Diese zeigte sich nach dem Beschluss „erfreut und dankbar“.

Die griechische Orthodoxie hat einen kirchlichen „Tag des ungeborenen Kindes“ eingeführt. Dies berichtet die Stiftung „Pro Oriente“ unter Berufung auf die griechische Website „Romfea“. Demnach soll der Heilige Synod der orthodoxen Kirche von Griechenland beschlossen haben, dass der Tag zukünftig jeweils am ersten Sonntag nach dem Weihnachtsfest begangen wird.

Abtreibung in Griechenland seit 1986 legal

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Eingebrachte hatte den Vorschlag zur Einführung des Tages die Bewegung „Lass mich leben“. Diese zeigte sich nach dem Beschluss „erfreut und dankbar“. In Treue zum Evangelium und zur Tradition der orthodoxen Kirche gehe es der Bewegung um die Wahrheit, dass „das ungeborene Kind Person und von der Empfängnis an Bild Gottes ist“.

Laut Beschluss des Heiligen Synods soll der „Tag des ungeborenen Kindes“ zum Schutz der Ungeborenenbeitragen und zugleich das Bewusstsein für das demografische Problem Griechenlands schärfen. Denn Abtreibung ist in Griechenland seit 1986 bis zur zwölften Schwangerschaftswoche legal. Die Frist kann im Fall von Vergewaltigung oder Inzest sogar auf 19 Wochen erhöht werden. Bei Lebensgefahr für die Mutter oder ernster Gefährdung ihrer physischen oder psychischen Gesundheit ist Abtreibung bis zum Geburtstermin möglich. Die Zahl der Abtreibungen in Griechenland wird mit 150 000 pro Jahr angegeben.

Bevölkerung könnte in den nächsten 20 Jahren um bis zu eine Million schrumpfen

Bei einem Vortrag über die demografische Krise Griechenlands hatte Metropolit Ignatios von Demetrias bereits 2017 geschätzt, dass die Bevölkerung des Landes in den kommenden 20 Jahren um 500 000 bis zu einer Million Menschen sinken werde. Dies führte er auch auf spirituelle Ursachen zurück: Kritik an der Institution Familie, eine verbreitete „psychologische und intellektuelle Unreife“ in der Gesellschaft, ein seit mehreren Generationen bestehender Wohlstandsanspruch, die Abwertung der Mutter-Rolle sowie ein Relativismus im Hinblick auf den Glauben an Gott seien alles Gründe für den Geburtenrückgang.

DT/mlu

Die Hintergründe zu diesem Thema finden Sie in der Wochenausgabe der Tagespost.

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