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Familienbund fordert mehr bezahlbaren Wohnraum für Familien

Bei der Bundesdelegiertenversammlung kritisiert der Familienbund der Katholiken die fatalen Folgen der aktuellen Mietpreisentwicklungen für Familien und verabschiedet einen Fünf-Punkte-Plan mit wohnungspolitischen Forderungen.
Wohnungen
Foto: Frank Molter (dpa) | ARCHIV - 28.12.2017, Schleswig-Holstein, Kiel: Häuser, in denen sich Mietwohnungen befinden. Die Verbraucherpreise in Deutschland haben im März wieder angezogen.

Angesichts steigender Mieten und Preise für Wohneigentum in Deutschland ruft der Familienbund der Katholiken die Politik zu einem entschlossenen Handeln auf. „Es gibt immer mehr Familien, die unter dem eklatanten Mangel anbezahlbarem Wohnraum leiden“, sagte Familienbund-Präsident Stefan Becker anlässlichder 129. Bundesdelegiertenversammlung des Verbandes vom 13. bis 15. April 2018 in München, bei der das Thema „Familie und Wohnen“ im Mittelpunkt stand. „Es muss mehr bezahlbaren Wohnraum für Familien geben“, so Becker. Die rund 70 teilnehmenden Delegierten verabschiedeten mit großer Mehrheit einen fünf Punkte umfassenden wohnungspolitischen Forderungskatalog, mit dem sie sich an
die Politik – aber auch die Kirchen – wenden. Mehrere Spitzenpolitiker bezogen auf der Tagung zum Thema Stellung, darunter Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU), die Präsidentin des Bayerischen Landtags, Barbara Stamm (CSU), der Parlamentarische Staatssekretär des Bundesumweltministeriums, Florian Pronold (SPD) sowie die SPD-Landesvorsitzende Natascha Kohnen.

„Die Preise für das Wohnen haben in Deutschlands Metropolen und attraktiven Kleinstädten ein besorgniserregendes Ausmaß erreicht“, sagte Becker. „Verschärfend kommt hinzu: Eine Trendwende bei der Preis- und Kostenentwicklung ist derzeit von Experten nicht absehbar. Das hat fatale Folgen für Familien: Überlastung durch Mietkosten, beengte Wohnverhältnisse, Verdrängung in schwach entwickelte urbane
Peripherien und längere Wegstrecken, die zu weniger Zeit der Familien für- und miteinander
führen.“

Zu den zentralen wohnungspolitischen Forderungen des Familienbundes der Katholiken gehört die Einführung einer Bodenwertsteuer, um Bauanreize zu schaffen, die Steuerbelastung für Mieten und Eigenheime zu reduzieren und Spekulation einzudämmen. Der Verband schlägt zudem die Einführung einer gestaffelten Grunderwerbsteuer mit Kinderbonus vor. Außerdem müsse das in der vergangenen Legislaturperiode geplante zweite Mietrechtspaket schnellstmöglich verabschiedet und die Mietpreisbremse wirksam verschärft werden. „Künftig müssen bau- und wohnungspolitische Maßnahmen mehr Gewicht bekommen. Deshalb braucht Deutschland wieder ein eigenständiges Bundesministerium für
Bauen und Wohnen“, sagte Becker.

Der Familienbund der Katholiken ist der mitgliederstärkste Familienverband Deutschlands. Ihm gehören 25 Diözesan-, 10 Landes- sowie 13 Mitgliedsverbände an. Der Verband versteht sich als „Stimme der Familien“ und damit als Interessenvertretung aller Familien in Gesellschaft, Politik und Kirche.

DT/pm

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Barbara Stamm Bayerischer Landtag CSU Joachim Herrmann Katholikinnen und Katholiken Natascha Kohnen SPD

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