Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Abtreibung

Färöer-Inseln führen Fristenregelung ein

Hauchdünne Mehrheit im Parlament stimmt für Paradigmenwechsel. Die Liberalisierung wird auf der Inselgruppe seit Längerem betrieben.
Die Hauptstadt der Färöer Inseln Torshavn
Foto: neupane.jasper@gmail.com via ima (www.imago-images.de) | Gestern stimmte das Parlament in Tórshavn in Dritter Lesung für eine Gesetzesnovelle, die Frauen die Abtreibung ungeborener Kinder bis zur zwölften Schwangerschaftswoche in allen Fällen erlaubt.

Auf den Färöer-Inseln sind vorgeburtliche Kindstötungen zukünftig auf Verlangen der Schwangeren erlaubt. Gestern stimmte das Parlament in Tórshavn in Dritter Lesung für eine entsprechende Gesetzesnovelle, die Frauen die Abtreibung ungeborener Kinder bis zur zwölften Schwangerschaftswoche in allen Fällen erlaubt. 17 Parlamentarier stimmten für die Novelle, 16 dagegen. Das neue Gesetz, das von der republikanischen Partei Tjóðveldið in das Parlament eingebracht worden war, tritt zum 1. Juli 2026 in Kraft.

Lesen Sie auch:

Auf der zum Königreich Dänemark zählenden Inselgruppe leben rund 56.000 Menschen. Die bisherige Indikationsregelung, die aus dem Jahre 1956 stammt, erlaubte vorgeburtliche Kindstötungen, wenn durch die Fortsetzung der Schwangerschaft Gefahr für das Leben und die Gesundheit der Mutter bestand, nach Inzest und Vergewaltigung sowie bei einer schweren Fehlbildung des ungeborenen Kindes.

Abtreibungsbefürworter jubeln

Die Liberalisierung der rechtlichen Regelungen von Abtreibungen wird auf der im Nordatlantik gelegenen Inselgruppe seit Längerem betrieben. 2024 fand eine fast wortgleiche Novelle keine Mehrheit im Løgting, wie das Parlament auf den Färöer-Inseln auch genannt wird.

Abtreibungsbefürworter, die sich unter dem Namen Fritt Val (Freie Wahl) zusammengeschlossen haben, begrüßten die Entscheidung des Parlaments. Sie habe den Färöer Frauen das Recht gegeben, „über ihre eigenen Körper zu entscheiden“, erklärte die Gruppe auf Instagram.  DT/reh

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Lebensschutz

Weitere Artikel

In Frankreich haben sogenannte Antifaschisten einen 23-jährigen Studenten totgeprügelt, der in Lyon gegen den Vortrag der Antisemitin und Hamas-Apologetin Rima Hassan protestiert hatte.
16.02.2026, 19 Uhr
Franziska Harter

Kirche

Niedersachsens Reformpläne verwässern den Religionsunterricht weiter. Doch der will schon seit der Würzburger Synode keine klassische Glaubensunterweisung mehr sein.
11.03.2026, 11 Uhr
Sebastian Ostritsch
Kardinalstaatssekretär ist der einzige Nicht-Politiker unter den neuen „ehrenhaften Mitgliedern des Europäischen Verdienstordens“.
10.03.2026, 17 Uhr
Meldung
Der 2011 im Alter von 17 Jahren verunglückte italienische Jugendliche gilt vielen als Zeuge eines konsequent im Alltag gelebten Glaubens. Manche vergleichen ihn schon mit Carlo Acutis.
10.03.2026, 14 Uhr
José García
Kirchenrechtler betonen: Laien dürfen predigen – aber nicht in der Messe. Eine Änderung würde zu einer Aufweichung der Rechtsordnung der Eucharistiefeier führen.
10.03.2026, 16 Uhr
Dorothea Schmidt