Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Lebensschutz

Fürst Albert II. blockiert Liberalisierung der Abtreibungsgesetze

Trotz politischer Vorstöße hält das Fürstentum Monaco an seinem religiös geprägten Rechtsrahmen zum Lebensschutz fest.
Neugeborene Zwillinge schlafen auf einer Decke.
Foto: imago stock&people (imago stock&people) | Fürst Albert II. hat einen Gesetzvorschlag zur Liberalisierung der Abtreibung in Monaco abgelehnt. Das Vorhaben widerspreche sowohl der Verfassung als auch dem religiösen Selbstverständnis des Fürstentums, so die ...

In einem ausführlichen Interview mit „Monaco-Matin“ hat Prinz Albert II. die Weigerung der Regierung, den Gesetzentwurf zur Legalisierung von Abtreibungen im Fürstentum weiterzuverfolgen, bekräftigt. „Ich verstehe, wie sensibel dieses Thema ist und welche Emotionen es hervorrufen kann“, erklärte der Fürst unter Verweis auf „die Stellung, die die katholische Religion in unserem Land einnimmt“. 

Im März 2025 hatten Abgeordnete des monegassischen Nationalrats einen Gesetzentwurf eingebracht, der unter bestimmten Voraussetzungen Abtreibungen im Fürstentum erlauben sollte. Anfang November informierte Staatsminister Christophe Mirmand jedoch Parlamentspräsident Thomas Brezzo, dass die Regierung den Text nicht weiterverfolgen werde. 

Lesen Sie auch:

Albert II. erinnerte daran, dass Monaco bereits 2009 und 2019 gesetzliche Anpassungen vorgenommen habe, um ein „Gleichgewicht“ zu schaffen, das sowohl die nationale Identität als auch Frauen in schwierigen Situationen respektiere. Seiner Ansicht nach entspricht der bestehende Rechtsrahmen weiterhin „dem Wesen“ des Fürstentums und gewährleistet zugleich sichere Begleitung. Im selben Zug kündigte er neue Unterstützungsmaßnahmen an, die Staatsminister Mirmand bald vorstellen werde.

Scharfen Widerspruch rief das Vorhaben zuvor von Seiten der Kirche hervor. Der Erzbischof von Monaco, Dominique-Marie David, warnte vor einem „anthropologischen Bruch“, der die Identität des Landes infrage stelle. In seinem Hirtenbrief vom 18. Mai unterstrich er, dass der Katholizismus nicht nur Tradition, sondern Staatsreligion und Teil der monegassischen Rechtsordnung sei. Eine Legalisierung der Abtreibung würde aus Sicht der Diözese einen fundamentalen Wertewandel markieren und die Schutzpflicht gegenüber dem ungeborenen Leben untergraben.

Der im März eingebrachte Gesetzentwurf Nr. 267 sah vor, Abtreibungen bis zur zwölften Woche ohne Angabe von Gründen zuzulassen, bei Vergewaltigung die Frist auf 16 Wochen auszudehnen und das Alter für die elterliche Zustimmung zu senken. Die Regierung bewertete diesen Schritt als unvereinbar mit Verfassung und religiösem Selbstverständnis des Fürstentums. Mit der Entscheidung des Fürsten bleibt somit der bestehende Rechtsrahmen erhalten.

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
José García Diözesen Lebensschutz Staatsreligionen

Weitere Artikel

Berufungsfragen im Stil einer deutschen Tarifverhandlung durchdrücken? Der Machtkampf um die Rolle der Frau wird sich nicht durch ein Pseudodiakonat lösen lassen.
09.12.2025, 11 Uhr
Regina Einig

Kirche

Die Linkspartei erlebt einen Höhenflug. Doch ist er von Dauer? Gegen den Wiederaufstieg helfen nur zwei Dinge, schreibt Hubertus Knabe.
11.12.2025, 21 Uhr
Hubertus Knabe
Das Erzbistum Köln und der Neokatechumenale Weg feiern in Bonn; die Vision einer Kirche, die sich senden lässt.
11.12.2025, 19 Uhr
Beatrice Tomasetti
Mit ihrem Schulpapier geben katholische Bischöfe politischem und medialem Druck Richtung „sexueller Vielfalt“ nach. Doch wieder hinkt die Kirche in Deutschland einen Schritt hinterher.
11.12.2025, 17 Uhr
Franziska Harter
Hochschulinitiative FOCUS stellt Arbeit an der Katholischen Studentengemeinde ein.  Wie die Missionare den Rückzug begründen.
11.12.2025, 15 Uhr
Meldung
Frauen zu Diakoninnen zu weihen wäre diskriminierend – Anmerkungen zum vatikanischen Kommissionsbericht.
11.12.2025, 13 Uhr
Manfred Gerwing