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Ein heißes Eisen und eine Falschmeldung

Ein von katholischen US-Medien angekündigtes Treffen zwischen Joe Biden und Papst Franziskus findet nicht statt. Dafür kommen in den nächsten drei Tagen die US-Bischöfe zur Vollversammlung zusammen. Im Mittelpunkt steht eine altbekannte Frage.
Debatte um Joe Biden
Foto: Patrick Semansky (AP) | Auch wenn sein Name nicht immer explizit fällt: Im Mittelpunkt der Debatte um den Kommunionempfang steht der neue US-Präsident Joe Biden, ein gläubiger Katholik, aber auch Befürworter straffreier Abtreibungen.

Heute kommen die amerikanischen katholischen Bischöfe zu ihrer Frühjahrsvollversammlung zusammen – wenn auch nur per Videoschalte, bedingt durch die Coronavirus-Pandemie. In den nächsten drei Tagen stehen dabei einige heiße Eisen auf der Tagesordnung. Insbesondere die Debatte um den Umgang mit katholischen Politikern, die in der Abtreibungsfrage nicht der Lehre der Kirche folgen. 

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Erst kein Messbesuch, dann gar kein Treffen

Auch wenn sein Name nicht immer explizit fällt: Im Mittelpunkt der Debatte steht der neue US-Präsident Joe Biden, ein gläubiger Katholik, aber auch Befürworter straffreier Abtreibungen. Für reichlich Diskussionsstoff sorgte in diesen Tagen bereits die von der „Catholic News Agency“ (CNA) verbreitete Meldung, Biden werde im Rahmen seiner Europareise auch einen kurzen Abstecher in den Vatikan unternehmen. Auch mehrere deutsche Medien, unter anderem diese Zeitung, griffen die Nachricht auf. Am Dienstagmorgen meldete CNA dann zunächst, der Vatikan habe abgelehnt, dass der US-Präsident an einer heiligen Messe mit Papst Franziskus teilnimmt – wohl um keine Signale zu senden in der Debatte um den Kommunionempfang abtreibungsbefürwortender Politiker.

Später am Tag gab es dann eine knappe, aktualisierte Fassung der CNA-Meldung: Das Treffen zwischen Biden und Franziskus werde nicht stattfinden. Die „gut informierten vatikanischen Kreise“, auf die sich CNA berufen hatte, lagen offensichtlich daneben. Fest steht in jedem Fall, dass auch der Vatikan die amerikanischen Debatten und die drohende Spaltung der US-Kirche mit Sorge verfolgt. Einen Bruch aufgrund der Frage, ob Katholiken, die Abtreibung befürworten, vom Empfang der Kommunion ausgeschlossen werden sollten, will man in Rom unbedingt vermeiden.

Ein Ende mit Cliffhanger?

Dennoch werden die US-Oberhirten in diesen Tagen darüber abstimmen, ob man bis zum nächsten Treffen im November ein Lehrdokument verfassen soll, das sich mit der Eignung zum Kommunionempfang befasst. Im November müsste dann über den vorliegenden Text abgestimmt werden. Unter den Bischöfen herrscht keine einheitliche Stimmung – die Vollversammlung könnte mit einem Cliffhanger enden. Für Biden, den Vatikan und alle Beobachter der kirchenpolitischen Streitigkeiten heißt es: gespannt warten aufs nächste Kapitel.

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Maximilian Lutz Bischof Catholic News Agency (CNA) Joe Biden Katholikinnen und Katholiken Papst Franziskus

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