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Deutsche Übergriffigkeit

Außenminister Maas begrüßt vor seinem Papstbesuch den Ungehorsam deutscher Priester. Die Einmischung in katholische Lehrinhalte ist kein Tabu mehr.
Vierströmebrunnen von Gian Lorenzo Bernini, Piazza Navona, Rom,
Foto: Adobe Stock | Die Verquickung von Parteien und Kirche, nicht zuletzt über Laiengremien und Vereine, hat dazu geführt, dass parteipolitischer Einfluss auf die Una Sancta als Normalität verstanden wird.

Ein Papst gewährt einem deutschen Außenminister nach 20 Jahren eine Privataudienz – und Heiko Maas gibt dem Gastgeber einen Tritt gegen das Schienbein. Anders kann man nicht die Äußerung von Maas werten, dass er die Segnungsgottesdienste für homosexuelle Paare begrüße. Ein Staatsoberhaupt zu besuchen, nachdem man den Ungehorsam gegen dieses lobte, ist eine besondere Art deutscher Diplomatie. 

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Dezidierte Einmischung in Lehrinhalte

Diese Übergriffigkeit ist mittlerweile zum Symptom geworden. Europa-Staatsminister Michael Roth sagte, es sei „schön zu sehen, dass die Liebe homosexueller Paare für viele katholische Priester doch nicht weniger wert ist als Autos, Feuerwachen und Dorfgemeinschaftshäuser“. Roth zeigte damit nicht nur seine Unkenntnis christlicher Lehre, sondern pflegte auch anti-katholische Stereotype. 

Die CDU-Landtagsabgeordnete Ellen Demuth „feierte“ gar das „beherzte, disruptive Handeln“ der rebellischen Priester. Könnte man sich ähnliche Kommentare zu Vorgängen innerhalb anderer Religionsgemeinschaften vorstellen? 

Die Verquickung von Parteien und Kirche, nicht zuletzt über Laiengremien und Vereine, hat dazu geführt, dass parteipolitischer Einfluss auf die Una Sancta als Normalität verstanden wird. Es geht nicht mehr um bloße Kommentierung, sondern dezidierte Einmischung in Lehrinhalte. Es sind „Demokratisierungswünsche“ deutscher Politik, wie sie auch über die Tagesthemen ausgestrahlt werden. Offensichtlich sieht man deutsche Katholiken als Verfügungsmasse und Religionsfreiheit als Privileg nichtchristlicher Gemeinschaften.

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