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Bischöfe in Nigeria schlagen Alarm: Land gleicht zunehmend einem „Schlachtfeld“

Islamisten im Nordosten, bewaffnete Banditen im Nordwesten, der blutige Bauern-Hirten-Konflikt in Zentralnigeria: Nigerias Sicherheitslage ist besorgniserregend.
Dramatische Sicherheitslage in Nigeria
Foto: IMAGO/xSkazovDx (www.imago-images.de) | Die Erklärung der Bischöfe zeichnet ein düsteres Bild von Nigerias derzeitiger Lage. Sie bezeichnet das Land als eine Nation, die am Rande des Zusammenbruchs steht.

Die Bischöfe der nigerianischen Kirchenprovinz Ibadan haben die Situation in dem westafrikanischen Land mit einem „Schlachtfeld“ der Feindseligkeit und Gewalt verglichen. Das geht aus einem Kommuniqué hervor, über das die katholische Nachrichtenagentur ACI Africa berichtete.

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Nigerias Sicherheitslage ist besorgniserregend, denn sie verschlechtert sich zunehmend. Nicht nur die Islamisten im Nordosten des Landes tragen zu einer Destabilisierung bei. Bewaffnete Banditen im Nordwesten und der blutige Bauern-Hirten-Konflikt in Zentralnigeria sind nicht in den Griff zu kriegen. Die Gewaltkriminalität hat außerdem in vielen Landesteilen deutlich zugenommen. 

Eine Nation am Rande des Zusammenbruchs

Die Erklärung der Bischöfe zeichnet daher ein düsteres Bild von Nigerias derzeitiger Lage. Sie bezeichnet das Land als eine Nation, die am Rande des Zusammenbruchs steht. Dies sei auf eine Reihe von Herausforderungen zurückzuführen, wie die grassierende Unsicherheit, die wirtschaftlichen Turbulenzen, die Cyberkriminalität, die steigenden Lebensmittelpreise und den allgemeinen Zustand der Regierung, die dem Leiden ihrer Bürger gegenüber gleichgültig zu sein scheine. „Unser geliebtes Land Nigeria wird schnell zu einem feindlichen, mörderischen Feld. Das Leben in Nigeria wird für Millionen von Nigerianern zu einer Tortur“, bedauern die Bischöfe.

Gleichzeitig wiesen die Bischöfe darauf hin, dass die globalen wirtschaftlichen Veränderungen nicht als Entschuldigung für die Probleme des Landes dienen könnten. Sie warfen der Regierung vor, ihre Pflicht zu vernachlässigen, die Menschen zu schützen und zu versorgen, und beklagten die hohe Zahl von Opfern durch Kriminalität und Gewalt. Die politische Führung müsse sich stärker für das Wohl der Bevölkerung einsetzen, forderten die Bischöfe. Dazu gehöre eine umfassende Reform des Sicherheitssektors, eine effektive Bekämpfung der Korruption und eine Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen, um die nationale Krise zu überwinden.

Das Kommuniqué kritisiert die anhaltende Gewalt und Unsicherheit im Land und appelliert an die Regierung und alle christliche Einrichtungen, sich gemeinsam für die Werte von Ehe und Familie einzusetzen und „die Heiligkeit und Würde des menschlichen Lebens“ zu verteidigen.  DT/chp

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