New York/Würzburg

Abtreibungsquote in den USA auf Tiefststand

Die Zahl der Abtreibungen ist in den USA seit vielen Jahren rückläufig. Wie das Guttmacher Institute berichtet, wurde nun ein historischer Tiefstwert erreicht.

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Seit dem Jahr 1973 sind Abtreibungen in den USA grundsätzlich legalisiert. Foto: J. Scott Applewhite (AP)

Die Abtreibungsquote hat in den USA im Jahr 2017 einen historischen Tiefstwert erreicht. Laut einer aktuellen Studie des Guttmacher Institute lag sie bei 13,5 Abtreibungen pro 1.000 Frauen zwischen 15 und 44 Jahren. Das sei der niedrigste Wert seit der grundsätzlichen Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen durch den Supreme Court im Jahr 1973.

Auch die absolute Zahl an Abtreibungen sei nach den Erkenntnissen des Instituts weiter zurückgegangen. Im Jahr 2017 seien demnach 862.320 solcher Behandlungen registriert worden. Dies entspreche einem Rückgang um sieben Prozent gegenüber dem Jahr 2014. Parallel sei auch die Zahl der Lebendgeburten zurückgegangen. Die Mehrheit der Abtreibungen wurde operativ durchgeführt und hatte in klinischen Einrichtungen stattgefunden, heißt es im Bericht.

Über 800 Einrichtungen führen Abtreibungen durch

Auch zu den Praxen und Kliniken, in denen Abtreibungen durchgeführt wurden, weist der Bericht des Guttmacher Institute statistische Daten aus. Im untersuchten Zeitraum gab es demnach in den Vereinigten Staaten insgesamt 808 solcher Einrichtungen, darunter zuletzt 253 spezialisierte Abtreibungskliniken. Während die Zahl der Einrichtungen im Nordosten des Landes gegenüber 2014 um 16 Prozent zugenommen hatte, lag sie im Süden um neun Prozent niedriger. Alle Einrichtungen mit der Möglichkeit zum Schwangerschaftsabbruch verteilten sich auf nur elf Prozent der in den USA County genannten Landkreise.

Das Guttmacher Institute ist eine im Jahr 1968 als Tochterorganisation von „Planned Parenthood“ gegründete Einrichtung. Das Institut setzt sich als „Pro Choice“-Organisation unter anderem für ein Recht auf legale Abtreibungen ein. Zur Erstellung der Abtreibungsstatistik befragt das Institut regelmäßig direkt die Einrichtungen, in denen Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen werden. Die Ergebnisse gelten als seriös und deutlich genauer als die vom Gesundheitsministerium herausgegebenen Zahlen.

DT/kma