Missio-Präsident: Migrationspakt zeugt von Vertrauen und Solidarität

Monsignore Wolfgang Huber, Präsident des katholischen Hilfswerks missio München, verteidigt den UN-Migrationspakt in einem Gastbeitrag für die „Tagespost“ und kritisiert gleichzeitig dessen Gegner.

Missio-Präsident verteidigt UN-Migrationspakt
An der momentanen Debatte zeige sich, welche Verunsicherung, welche Ängste und welcher Hass die Fragen und Flucht und Migration zu wecken imstande seien, so Huber. Foto: Angelika Warmuth (dpa)

Um den Migrationspakt der Vereinten Nationen wird derzeit intensiv diskutiert. Dieser soll Mitte Dezember im marokkanischen Marrakesch verabschiedet werden. Mehrere der 192 UN-Mitgliedstaaten haben jedoch bereits angekündigt, dem Papier nicht zuzustimmen – unter ihnen Österreich, Polen und Ungarn. Monsignore Wolfgang Huber, Präsident des katholischen Hilfswerks missio München, verteidigt das globale Abkommen in einem Gastbeitrag für die „Tagespost“ und kritisiert gleichzeitig dessen Gegner.

Huber: Populismus und Nationalismus keimen wieder auf

An der momentanen Debatte zeige sich, welche Verunsicherung, welche Ängste und welcher Hass die Fragen und Flucht und Migration zu wecken imstande seien, so Huber. Im Windschatten „dieser großen Herausforderung das 21. Jahrhunderts“ keimten Populismus und Nationalismus wieder auf. „Politiker gaukeln ihren Wählern vor, nationale Antworten auf globale Fragen geben zu können. Sie bedienen sich dabei einer Sprache, die Migranten Individualität und Würde abspricht, sie unter Generalverdacht stellt, sie kriminalisiert“, schreibt der missio-Präsident.

Der Migrationspakt vermittele eine andere Botschaft: Er spreche von geteilter Verantwortung, gegenseitigem Vertrauen, Entschlossenheit und Solidarität. „Es ist ein Dokument, dessen Sprache der Tatsache Rechnung trägt, dass die Welt nicht die Augen vor dem Elend und dem Leid verschließen darf, wenn sie human bleiben will.“

Migrationspakt steht für geteilte Verantwortung, Vertrauen und Entschlossenheit

Huber kritisiert zudem, dass sich die gegensätzlichen Meinungen zum Migrationspakt aus gegensätzlichen „Fakten“ speisten. „Noch nie war es so leicht, Halb- und Unwahrheiten in Umlauf zu bringen. Noch nie war die Zuhörerschaft für gefälschte Fakten so groß, ihre Aufmerksamkeit so kurz und ihr Erregungspotenzial so hoch“, meint Huber. Doch man müsse bedenken, wie leicht Sprache zur Tat werden könne. Die Jahre 1933 bis 1945 hätten dies gerade Deutschen und Österreichern drastisch vor Augen geführt.

Warum Christen und die Kirche nach Ansicht Wolfgang Hubers nicht naiv handeln, wenn sie sich für Migranten und Menschen in Notlagen einsetzen, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 08. November 2018. Kostenlos erhalten Sie diese Ausgabe hier.

DT