"Abschaffung des Werbeverbots für Abtreibungen wäre ein Skandal"

Der KKV-Diözesanverband Köln kritisiert die Pläne mehrerer Parteien, § 219a abzuschaffen und hofft, dass sich der von der neuen Bundesregierung eingebrachte Änderungsvorschlag weiterhin für ein Werbeverbot ausspricht.

Prozess gegen Ärztin
Mit einem Plakat mit der Aufschrift "Frauen haben ein Recht auf Information" spricht sich diese Demonstrantin am 24.11.2017 vor dem Amtsgericht in Gießen (Hessen) für die Selbstbestimmung von Frauen beim Thema Abtreibung aus. Im Gericht muss sich die Ärztin Kristina Hänel verantw... Foto: Boris Roessler (dpa)

Für den KKV-Diözesanverband Köln wäre die Abschaffung des Werbeverbots für Abtreibungen "ein Skandal". Mit deutlichen Worten kritisiert Alfons Böwwer, Vorsitzender des Kölner KKV-Diözesanverbandes, die Pläne von FDP, Grünen, Linken und ursprünglich auch der SPD. Der KKV (Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung) hofft, dass der von der neuen Bundesregierung geplante Änderungsvorschlag sich weiterhin eindeutig für ein Werbeverbot ausspricht. Kurioserweise würde es zwar mehrheitlich akzeptiert, dass die Werbung für das Rauchen verboten sei, und auf jeder Zigarettenpackung der Hinweis stehen müsse, „Rauchen kann tödlich sein“. Andererseits hätten aber offenbar viele Menschen in Deutschland Land kein Problem damit, dass für Abtreibung geworben werden dürfe. „Und die ist für das betroffene ungeborene Kind immer tödlich!“, so Böwwer.

„Ganz sicher wird ein Mediziner, der über Abtreibung informiert, dies nicht aus Nächstenliebe tun, sondern weil er damit Geld verdient“, meint Böwwer weiter. Sei das demnächst erlaubt, würden die Abtreibungszahlen mit Sicherheit noch mehr steigen und das Töten ungeborener Kinder würde als noch „normaler“ angesehen werden. Die Tatsache, dass in Deutschland seit 1973 über 5,5 Millionen Abtreibungen vorgenommen worden seien, wie das Statistische Bundesamt ermittelt habe, sei für einen Rechtsstaat nicht akzeptabel.

Der KKV-Diözesanverband erinnert daran, dass das Bundesverfassungsgericht den Gesetzgeber schon bei der Verabschiedung der ersten Reform des § 218 StGB verpflichtet habe, „den rechtlichen Schutzanspruch des menschlichen ungeborenen Lebens im allgemeinen Bewusstsein zu erhalten und zu beleben“. Dieser Pflicht, gibt Böwwer zu bedenken, sei der Staat bisher nicht nachgekommen.

DT/pm