Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Berg-Karabach

„30.000 Kindern in Berg-Karabach fehlt Grundversorgung“

Der Außenminister der Republik Arzach Sergey Ghazaryan schildert im Gespräch mit der „Tagespost“ die Lage in Berg-Karabach. Seit neun Monaten wird dort die Grundversorgung von Aserbaidschan blockiert.
Latschin-Korridor ist abgeschnitten
Foto: Gilles Bader (Le Pictorium Agency via ZUMA) | Der Latschin-Korridor, die einzige Straße, die Armenien mit Berg-Karabach verbindet, ist abgeschnitten. Der Außenminister warnt vor einem Völkermord.

Im Interview mit der „Tagespost“ hat der arzachische Außenminister Sergey Ghazaryan die Lage in der Republik geschildert und vor einem bevorstehenden Völkermord gewarnt. Seit neun Monaten blockiert laut Ghazaryan Aserbaidschan die einzige Straße, die Arzach mit Armenien und der Außenwelt verbindet. „All dies hat zu einer katastrophalen humanitären Situation in Berg-Karabach geführt,“ so Ghazaryan. „Ernste Probleme mit Nahrungsmitteln, Treibstoff und Medikamente.“ Alle Lebensbereiche hätten enorme Schäden erlitten.

Lesen Sie auch:

Ghazaryan fordert konkrete Taten

Der Außenminister kritisiert die Doppelmoral der NATO, die 1999 im Kosovo das Selbstbestimmungsrecht der Kosovoalbaner militärisch verteidigt habe, aber nun in Arzach nicht eingreife. „Bis jetzt hat uns noch niemand eine vernünftige Erklärung dafür geliefert“, so Ghazaryan. Die Verhinderung von Völkermord sei laut dem Außenminister nicht die Aufgabe eines einzelnen Landes oder einer einzelnen Organisation, sondern „die Pflicht der gesamten zivilisierten Welt“. Ghazaryan appellierte an die europäischen Länder, ihren Erklärungen gegen Aserbaidschan konkrete Taten folgen zu lassen, die, so Ghazaryan, katastrophale Folgen verhindern könnten. DT/sdu

Das gesamte Interview mit dem arzachischen Außenminister lesen Sie in der Jubiläumsausgabe der „Tagespost“.

Themen & Autoren
Vorabmeldung

Weitere Artikel

Das hätte so auch Tino Chrupalla sagen können: Die Altkanzlerin gibt Polen und den baltischen Staaten eine Mitschuld am russischen Angriffskrieg. Ausgerechnet in Ungarn.
08.10.2025, 11 Uhr
Sebastian Sasse
Beate Meinl-Reisinger hat ihre Partei NEOS zum Debüt in der österreichischen Bundesregierung geführt. Sie ist die erste liberale Außenministerin der Zweiten Republik. Ein Porträt.
29.08.2025, 15 Uhr
Alexander Eiber

Kirche

Der lange Schatten der Würzburger Synode: Warum der Synodale Weg weder originell noch aussichtsreich war – eine Nachlese.
22.02.2026, 17 Uhr
Martin Grichting
Der „Neue Anfang“ kritisiert Bischof Bätzing für die Aufnahme von Wolfgang Rothe in den DBK-Betroffenenbeirat und fordert die Hirten zum Handeln auf.
20.02.2026, 20 Uhr
Meldung
Man werde sich sowieso nicht einigen können: Die Bruderschaft schlägt das Angebot des Papstes aus und hält an den unerlaubten Bischofsweihen im Juli fest.
19.02.2026, 16 Uhr
Meldung
Wenn der Römer essen geht, weint man manchen Stars eine Träne nach und lernt schätzen, was sich in der Zeit bewährt.
22.02.2026, 05 Uhr
Mario Monte