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Leo ermutigt Kameruns Jugend zu Glauben und Zukunftsmut

Im Japoma Stadium in Douala ruft Papst Leo XIV. die Gläubigen auf, Zeugen Christi zu sein. Sie sollen sich nicht kaufen lassen und aus dem Glauben heraus Verantwortung für die Zukunft übernehmen.
Papst Leo in Douala
Foto: IMAGO/ABACA (www.imago-images.de) | In Douala erklärte Papst Leo: „Euer wahrer Reichtum liegt tiefer: im Glauben, in der Familie, in der Gastfreundschaft und in der Arbeit. Baut darauf eure Zukunft.“

In seiner Predigt bei der Heiligen Messe in Douala hat Papst Leo XIV. seinen Blick besonders auf die jungen Menschen gerichtet, die er als „die geliebten Söhne und Töchter Afrikas“ bezeichnete. „Gebt nicht dem Misstrauen, der Mutlosigkeit, der Gewalt oder dem schnellen Gewinn nach. Lasst euch nicht täuschen von dem, was das Herz verhärtet und die Würde des Menschen mindert“, so Leo. Und er fügte hinzu: „Euer wahrer Reichtum liegt tiefer: im Glauben, in der Familie, in der Gastfreundschaft und in der Arbeit. Baut darauf eure Zukunft.“

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Wie schon am Vortag bei seinem Besuch in Bamenda flog der Heilige Vater am Morgen von Kameruns Hauptstadt Yaoundé nach Douala. Vom Flughafen aus begab er sich unmittelbar zum Japoma Stadium, wo die Heilige Messe gefeiert wurde.

Leo: Wunder der Brotvermehrung geschieht „im Teilen“

Ausgehend vom Tagesevangelium von der Brotvermehrung aus dem Johannesevangelium betonte Leo XIV., Jesus frage „uns heute so, wie er damals seine Jünger gefragt hatte: Wie wollt ihr dieses Problem lösen? Ihr seht, wie viele hungrige Menschen es gibt, die von der Mühsal erschöpft sind. Was tut ihr?“ Diese Frage richte sich „an uns alle“: an Mütter und Väter, an die Hirten der Kirche, an alle „mit gesellschaftlicher und politischer Verantwortung für das Wohl des Volkes“.

Diese Frage betreffe Mächtige und Schwache, Reiche und Arme, Junge und Alte, weil alle „gleichermaßen Hunger haben“. Zugleich lasse Jesus die Menschen mit dieser Frage nicht allein. Das Wunder der Brotvermehrung geschehe „im Teilen“. Dann gebe es Brot für alle, „wenn es nicht mit Händen genommen wird, die es für sich behalten, sondern mit Händen, die es weiterschenken.“ Das Wunder zeige „nicht bloß, wie Gott die Menschheit mit dem Brot des Lebens nährt, sondern auch, wie wir diese Nahrung allen Männern und Frauen bringen können, die wie wir nach Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit hungern“. Jede Geste der Solidarität und Vergebung sei „ein Bissen Brot für die Menschheit, die der Fürsorge bedarf.“

Neben der Nahrung für den Leib brauche der Mensch aber auch Nahrung für die Seele – eine Nahrung, die „unser Gewissen nährt und uns in dunklen Stunden der Angst, in der Finsternis des Leidens, Halt gibt“. Diese Nahrung sei Christus, „der seine Kirche stets überreich nährt und uns auf unserem Weg durch seinen Leib stärkt.“

Viele Menschen leiden unter „materieller und geistiger Armut“

In Kamerun litten viele Menschen unter „materieller und geistiger Armut“. An die jungen Menschen gewandt, sagte er: „Verweigert euch jeder Art von Übergriffen und Gewalt, die schnellen Gewinn versprechen, euch damit aber täuschen, die das Herz verhärten und gefühllos werden lassen.“ Das Volk sei „noch reicher als diese Erde“. Sein größter Schatz seien seine Werte: „der Glaube, die Familie, die Gastfreundschaft und die Arbeit“. Die jungen Menschen sollen „Protagonisten eurer Zukunft“ werden“, indem ihr der Berufung folgt, die Gott einem jeden schenkt, und lasst euch nicht von den Versuchungen kaufen, die Kräfte vergeuden und nicht dem Fortschritt der Gesellschaft dienen.“

Die jungen Menschen sollen „zu einer Frohbotschaft“ für ihr Land werden, „wie es zum Beispiel der selige Floribert Bwana Chui für das kongolesische Volk ist.“ Der Papst rief die Gläubigen dazu auf, Zeugen Jesu zu sein. Das bedeute in Kamerun, „Spuren der Gerechtigkeit zu ziehen in einem leidenden und unterdrückten Land, Spuren des Friedens inmitten von Rivalität und Korruption, Spuren des Glaubens gegen Aberglauben und Gleichgültigkeit.“

Als Gastgeschenk ein Kelch

Am Schluss der Heiligen Messe sagte Erzbischof Samuel Kleda von Douala, Vorsitzender der kamerunischen Bischofskonferenz: „Wir sind glücklich, stolz und fühlen uns geehrt durch Ihre Anwesenheit unter uns. Wir nehmen die Frohe Botschaft unseres Herrn Jesus Christus an, die Sie uns zu verkünden gekommen sind.“ Der Papstbesuch gebe allen und insbesondere den jungen Menschen neue Hoffnung, tröste die Leidenden „und belebt unseren Glauben neu“. Die Reise werde „viele geistliche Früchte tragen“. Für die Kameruner sei sie „eine Quelle zahlreicher Gnaden und Segnungen“. Die Gebete und die Worte des Heiligen Vaters „verpflichten uns, unsere eigenen Missionare zu sein, gemäß der Empfehlung des heiligen Papstes Paul VI. in Kampala: ‚Afrikaner, seid Missionare eurer selbst‘.“

Wie üblich auf dieser Afrikareise überreichte Papst Leo XIV. Erzbischof Kleda als Gastgeschenk einen Kelch – was von den anwesenden Gläubigen mit Jubel aufgenommen wurde. Die Diözese Douala schenkte dem Papst mehrere Andenken, darunter ein traditionelles Boot – Abbild eines „Verkehrsmittels für die Evangelisierung“, erläuterte Erzbischof Kleda.

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José García Jesus Christus Leo XIV.

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