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„21. Jahrhundert wird Zeitalter der Religion“

Der Konservative muss aus der Tiefe seiner eigenen Prinzipien wieder zur Religiosität finden, meint der Publizist Wolfram Weimer im Exklusivinterview mit der „Tagespost“.
Wolfram Weimer / Focus
Foto: privat | Wolfram Weimer ist Verleger und Publizist. Er ist Gründer des Polit-Magazins „Cicero“,war Chefredakteur der „Welt“ und des „Focus“.

Der Verleger und Publizist Wolfram Weimer rechnet damit, dass das 21. Jahrhundert das Zeitalter der Religion wird. „Wir stehen vor einer großen Überraschung: Gott kehrt zurück, und zwar mit Macht“, erklärt Weimer im Gespräch mit der „Tagespost“. Gott werde nicht nur eine philosophische Kategorie, revitalisierte Tradition, theologische Überzeugung oder spirituelle Kraf sein, so Weimer. „Er kommt mitten hinein in den politischen Raum.“ Der ehemalige Chefredakteuer der „Welt“ und des „Focus“ sieht die Gesellschaft gerade in einem Übergang vom postmodernen ins neoreligiöse Zeitalter - „ob wir es mögen oder nicht“. Die Religion erlebe rund um den Erdball eine Renaissance, die kaum ein Europäer für möglich gehalten hätte. Die neue und aggressive Vitalität des Islam sei dabei nur die sichtbarste Entwicklung, so Weimer, der gerade ein Buch mit dem Titel „Konservatives Manifest“ veröffentlicht hat. „Das 21. Jahrhundert wird wohl auch uns Europäer lehren, dass das Agnostische nicht das Ende der Geschichte ist“, meint der Publizist weiter. Die ganze europäische Idee sei eine „Frucht vom Baum des Christentums“. Ein ums Christentum „befreites“ Europa sei gar kein Europa mehr. „Denn just die Religion webt Europas Kleid des Unterbewusstseins.“ Eine Rückkehr des religiösen Bewusstseins bedeute auch automatisch eine Wiederkehr des Kulturbewusstseins. Das neue Heimweh nach Gott, so Weimer, stille man, indem man ihm wieder entgegengehe. Seine These: „Der Konservative wird sich selber nur finden, wenn er bis zur untersten Tiefe seiner eigenen Prinzipien hinabsteigt und aus dieser seiner alten Brunnenstube religiöses Wasser herausholt.“

Das ausführliche Interviev mit Wolfram Weimer lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“. Darin erklärt Weimer, was er unter einer konservativen Haltung versteht, und warum Konservatismus nicht zwangsläufig rechts bedeuten müsse.

DT

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Christentum Gott Konservative Unterbewusstsein Wolfram Weimer

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