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15.000 Teilnehmer beim "Marsch für das Leben" in Paris

Die Teilnehmer sprachen sich am Sonntag für eine intensivere Präventionsarbeit zur Senkung der Abtreibungszahlen aus.
Abtreibungsgegner demonstrieren beim "Marche pour la vie"
Foto: IMAGO/LP/Olivier Arandel (www.imago-images.de) | Abtreibungsgegner demonstrieren beim "Marche pour la vie", dem französischen Pendant zum Marsch für das Leben, in Paris.

15.000 Menschen haben am Sonntag am Marsch für das Leben in Paris teilgenommen. So lautet die Angabe der Organisatoren; die Polizei zählte 6.000 Teilnehmer. An Gründen für die teilnehmerstarke Demonstration mangelte es auch dieses Jahr nicht: Am Mittwoch dieser Woche stimmt die Nationalversammlung in erster Lesung über ein Gesetzesvorhaben des Staatspräsidenten ab, ein „Recht“ auf Abtreibung in der Verfassung festzuschreiben.

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Bis Ende Februar will die Regierung außerdem einen Gesetzesentwurf vorlegen, der den assistierten Suizid und möglicherweise auch die aktive Sterbehilfe legalisiert. Der Pariser Marsch für das Leben findet jährlich am dritten Januarsonntag statt, in Erinnerung an das Inkrafttreten des Abtreibungsgesetzes am 17. Januar 1975.

„Ja zur Prävention, nein zur Aufnahme in die Verfassung“

„Ja zur Prävention, nein zur Aufnahme in die Verfassung“, lautete der diesjährige Slogan. Auf den Plakaten der Teilnehmer, darunter viele junge Menschen und Familien, konnte man außerdem „Pflegen, nicht Töten“ oder „Abtreibung = gebrochene Herzen“ lesen. „Macron, lass die Embryonen in Ruhe“, gehörte zu den Slogans, die auf dem Weg der Demonstranten vom Vorplatz der Kirche Saint Sulpice bis zum Platz Denfert-Rochereau auf dem linken Seineufer zu hören waren.

234.000 Abtreibungen wurden in Frankreich 2022 registriert, 17.000 mehr als 2021. Die Veranstalter des Marsches für das Leben präsentierten eine Liste von zehn Vorschlägen zur Verbesserung der Lebensqualität von Menschen in prekären Lebenslagen. Unter anderem fordern sie eine Studie zu den Ursachen und Folgen von Abtreibungen sowie eine Familienpolitik, die verhindert, dass Frauen und Paare sich aus finanziellen Gründen zu einer Abtreibung gezwungen sehen.

Außerdem sprechen sie sich für eine Wiedereinführung der verpflichtenden Bedenkzeit von drei Tagen vor einer Abtreibung aus. Auch wünschen sie, dass aber der sechsten Schwangerschaftswoche eine Ultraschalluntersuchung, bei der der Herzschlag des Fötus zu hören ist, zur Pflicht wird. Letztere Maßnahme wurde in Ungarn bereits 2022 eingeführt. Des Weiteren lehnen die Unterstützer des Marschs für das Leben die Legalisierung von assistiertem Suizid und Euthanasie und sprechen sich für eine Intensivierung der Palliativmedizin aus. Durch die geplante Einschreibung der Abtreibung in die Verfassung sehen die Betreiber der Demonstration auch die Gewissensklausel für Ärzte in Gefahr.

Nur unwesentliche Störungen durch Gegendemonstranten

Vier Gegendemonstrantinnen der feministischen Aktivistengruppe „Femen“ sorgen für eine unwesentliche Störung des Marsches, bevor sie von der Polizei in Gewahrsam genommen wurden. „Abtreibung ist heilig“, „Mein Körper, meine Rechte“ und „Marsch der Hölle abgesagt“ lauteten die Botschaften der Aktivistinnen, die sie teils auf ihre unbekleidete Oberkörper geschrieben hatten, teils über ein mitgebrachtes Megaphon riefen.

Die französischen Bischöfe veröffentlichten anlässlich des Marsches für das Leben auf „X“, vormals Twitter, einen Gebetsaufruf für den Respekt vor dem menschlichen Leben. Laut der Veranstalter nahmen weder Bischöfe noch gewählte Abgeordnete an dem Marsch teil. Dt/fha

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