Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat sich mit einem eigenen Positionspapier in die Debatte um die Rentenreform eingeschaltet. In dem am Freitag veröffentlichten Dokument werden mehrere Reformvorschläge genannt, die sich teilweise mit den Empfehlungen der von der Bundesregierung eingesetzten Rentenkommission decken.
So plädiert auch das ZdK für eine moderate Anhebung des Renteneintrittsalters als „,mathematisch‘ gleichermaßen nächstliegende wie zutreffende Antwort“ auf die demografischen Veränderungen. Das Renteneintrittsalter solle regelhaft an die Entwicklung der Lebenserwartung gekoppelt werden. Zudem fordert das ZdK Anpassungen beim sogenannten Nachhaltigkeitsfaktor, der abfedern soll, wenn die Zahl der Rentenbezieher schneller steigt als die Zahl der Beitragszahler. Um soziale Härten zu vermeiden und das Altersarmutsrisiko für Geringverdienende zu senken, sei etwa „eine nach Einkommen gestaffelte progressive Rentenbemessung denkbar“, so das Laiengremium.
Auch Selbstständige und Abgeordnete einbeziehen
Ein weiterer Hauptpunkt im Empfehlungskatalog des ZdK betrifft die „Rente mit 63“: Diese will das Katholikenkomitee zwar nicht generell abgeschafft wissen, plädiert jedoch dafür, alle „falschen Frühverrentungsanreize“ zeitnah zu korrigieren. Dazu gehöre unter anderem die Abschaffung des abschlagsfreien Rentenzugangs, die Erhöhung der Rentenabschläge bei vorzeitigem und der Rentenzuschläge bei späterem Rentenbeginn, die Abschaffung des Blockmodells bei der Altersteilzeit sowie die Anhebung des diesbezüglichen Mindestalters.
Darüber hinaus empfiehlt das ZdK, schrittweise auch Selbstständige und Abgeordnete in ein einheitliches Rentenversicherungssystem einzubeziehen. „Gezielte Zuwanderung“ und Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt würden die Versichertengemeinschaft erweitern und stärken. Zudem sollten auch die Erträge hoher Privatvermögen sowie der globalen Digital- und Plattformökonomie angemessen an der Finanzierung des Sozialstaates beteiligt werden.
Die von der Rentenkommission vorgeschlagene Idee, die gesetzliche Rente um einen kapitalgedeckten Anteil zu erweitern, unterstützt das ZdK. In Sachen Familienmitversicherung in der gesetzlichen Rente plädiert das Laiengremium dafür, zur Absicherung ein „permanentes Rentenanwartschaftssplitting für Ehepaare und eingetragene Partnerschaften“ einzuführen. Zudem müsse die Hinterbliebenenrente für Kinder unverändert bleiben.
Das Positionspapier des ZdK mit dem Titel „Vertrauen stiften: Ziele der Rentenversicherung gesetzlich festlegen“ war am Freitag vom Hauptausschuss des ZdK einstimmig verabschiedet worden. ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp erklärte dazu: „Die Rentenfrage sehen wir im ZdK als fundamentale Herausforderung für den Sozialstaat und den sozialen Zusammenhalt.“ Das Positionspapier skizziere, „wie Systemvertrauen sich in diesen Zeiten herstellen und nachhaltig sichern lässt“. DT/mlu
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