Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Pandemie und Psyche

Vorwärts auf dem Holzweg

Was die Empfehlungen des Deutschen Ethikrats zur Hilfe für Kinder und Jugendliche, die unter der Pandemie besonders gelitten haben, beinhalten und was sie darüber hinaus erhellen.
Ethikrat zur psychischen Gesundheit in der Corona-Pandemie
Foto: Michael Kappeler (dpa) | Alena Buyx, Vorsitzende des Deutschen Ethikrates spricht bei der Vorstellung der Ad-hoc-Empfehlung des Deutschen Ethikrates "Pandemie und psychische Gesundheit.

Kinder und Jugendliche, deren Leben und Gesundheit durch das Virus SARS-COV-2 am wenigstens gefährdet waren, haben unter der Pandemie und vor allem unter den von Bund und Ländern angeordneten Infektionsschutzmaßnahmen besonders gelitten. Isolation und Vereinsamung, das Schüren von Ängsten, der Wegfall äußerer Strukturen, die dem Leben üblicherweise Halt und Rahmen geben, haben Kindern und Jugendlichen besonders zugesetzt.

Signifikante Zunahme psychischer Erkrankungen

Die Folge: Essstörungen, Süchte, Angsterkrankungen und Depressionen nahmen gehäuft zu. Gleichzeitig fehlte es an ausreichenden Behandlungsmöglichkeiten. In seiner neuen Ad-hoc-Empfehlungen hat sich der Deutsche Ethikrat als bisher einziges Gremium ausführlich mit dem Leid, das Kinder und Jugendliche in der Pandemie erleben mussten, befasst.

Lesen Sie auch:

Der Politik, die das Expertengremium in ethischen Fragen beraten soll, hat es insgesamt elf Empfehlung ins Stammbuch geschrieben. Der Bioethik-Experte und Tagespost-Korrespondent Stefan Rehder hat sie gelesen und für das Ressort „Glaube & Wissen“ analysiert. Sein Fazit: So gut und richtig es sei, dass der Ethikrat sich aus einem Antrieb und als bislang einzige Institution um Schadensbegrenzung und Wiedergutmachung bemühe und krisenfestere Strukturen anmahne, so zeigten die Empfehlungen doch zugleich auch, welche Probleme und Kosten eine Gesellschaft bewältigen müsse, die die Sorge für und die Erziehung von Kindern und Jugendlichen, angefangen bei den Kleinkindern, zunehmend vergesellschaftet, anstatt systematisch jene zu fördern und stärken, die von Natur aus dazu berufen sind.  DT/reh

Lesen Sie einen ausführlichen Essay zu den Empfehlungen des Ethikrats in der kommenden Ausgabe der "Tagespost".

Themen & Autoren
Vorabmeldung Ethikrat Nationaler Ethikrat Pandemien Stefan Rehder

Weitere Artikel

Anfang März veranstaltet die Aktion Lebensrecht für Alle den Internationalen Kongresses zur Leihmutterschaft. Warum eigentlich? Ein Gespräch mit der ALfA-Vorsitzenden Cornelia Kaminski.
06.02.2026, 19 Uhr
Stefan Rehder
Die Politik eskaliert. Die Kirche muss sich entscheiden, ob sie zu ihren klassische Waffen greift.
11.09.2026, 13 Uhr
Regina Einig
„Das Ende der Sterne“: Ridley Scott verlegt den Western-Mythos ins All – und lässt uns optimistisch über die Zukunft nachdenken.
05.09.2026, 15 Uhr
Norbert Fink

Kirche

Sie besucht einen Monat lang die Bistümer Augsburg, Freiburg und Limburg: Die Reliquienreise der heiligen Bernadette steht fest. Auf der Liste stehen 18 Klöster und Kirchen.
01.10.2026, 18 Uhr
Meldung
Zu Fuß von Köln zur Trösterin der Betrübten nach Kevelaer: Warum diese Pilgerfahrt junge Menschen anzieht.
02.10.2026, 13 Uhr
Isabel Wodatschek
Der langjährige Kurienmitarbeiter Friedrich Bechina wird Koordinator der Geistlichen Assistenten von „Kirche in Not“. Dafür bringt er internationale Erfahrung mit.
02.10.2026, 05 Uhr
Guido Horst
Ehemalige Mitglieder von „Totus Tuus“ berichten von geistlicher Überforderung und Abhängigkeit. Eine neue Studie zeigt, wie solche Strukturen entstehen.
02.10.2026, 07 Uhr
Benjamin Leven