Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung 4. SALZBURGER BIOETHIK-DIALOGE

Medizinethiker warnt Heilberufe davor, sich an assistierten Suizid zu gewöhnen

300 Teilnehmer besuchten die 4. Salzburger Bioethik-Dialoge. Der Medizinethiker Giovanni Maio warnt die Heilberufe vor einer „Entsorgung der Sorge“.
Ein Arzt bereitet eine Spritze vor
Foto: IMAGO/Ugur Can/ABACA (www.imago-images.de) | Bei den 4. Bioethik-Dialogen diskutieren Ärzte über assistierten Suizid.

Der Freiburger Medizinethiker Giovanni Maio hat davor gewarnt, den assistierten Suizid zur Normalität werden zu lassen. Eine solche Haltung käme einer „Entsorgung der Sorge“ gleich, sagte Maio am Wochenende in einem Vortrag zum Abschluss der „Salzburger Bioethik-Dialoge“ (11./12. Oktober), die diesmal unter der Überschrift „Zwischen Leben und Tod - Grenzentscheidungen in der Medizin“ standen. Eine Kultur, in der es selbstverständlich und richtig erscheine, Leben auf Wunsch aktiv zu beenden, wende „sich von der Selbstverständlichkeit des Ringens um ein gutes Leben ab.“

Lesen Sie auch:

Statt einer Normalisierung des assistierten Suizids sollten sich Medizin, Staat und Gesellschaft dafür einsetzen, dass Menschen anderweitige Unterstützung erhalten. Sinn der Sorge um die anderen sei es, „jedem Menschen das Gefühl zu geben, in jedem Zustand Teil einer Gemeinschaft zu sein, die nicht müde wird, sich für ein gutes Leben auch und gerade der bedrängten Menschen einzusetzen, anstatt sie in ihrem Gefühl der eigenen Wertlosigkeit und ihrer Verzweiflung sich selbst zu überlassen“.

Tagespost live vor Ort – Bericht erscheint in der kommenden Print-Ausgabe

Die „Tagespost“ war live vor Ort und hat den vom „Salzburger Ärzteforum“ veranstalteten internationalen Kongress, an dem rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus allen Gesundheitsberufen teilnahmen, verfolgt. DT/reh

In der kommenden Ausgabe berichtet „Tagespost“-Bioethik-Korrespondent Stefan Rehder für das Ressort „Glaube & Wissen“ ausführlich über das innovative Kongress-Format.

Themen & Autoren
Vorabmeldung Die Tagespost

Weitere Artikel

Verliert die Unausweichlichkeit des Todes ihren Schrecken, wenn man ihn selbst in die Hand nimmt?
26.08.2026, 07 Uhr
Tobias Klein
Der flämische Dichter Felix Timmermans fand aus tiefster existenzieller Not zum beglückenden Einverständnis mit der Schöpfung.
12.04.2026, 19 Uhr
Hartmut Sommer

Kirche

10 Jahre nach dem Papstschreiben befasst man sich in Rom mit der christlichen Familie. Dass die Zulassung von Wiederverheirateten zu den Sakramenten zur Sprache kommt, ist nicht gesagt.
07.10.2026, 21 Uhr
Guido Horst
Der Apostolische Nuntius in Deutschland ruft dazu auf, nicht den eigenen Gefühle zu folgen, sondern Christus immer besser zu dienen – in Einheit mit der Kirche und dem Papst.
07.10.2026, 12 Uhr
Meldung
Trotz sinkender Taufzahlen machen die Erwachsenentaufen dem Berliner Erzbischof Heiner Koch Hoffnung. Von einer „Rechristianisierung“ möchte er dennoch nicht sprechen.
06.10.2026, 11 Uhr
Meldung