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Künstliche Intelligenz bewegt und verunsichert

Von der Fiktion in die Wirklichkeit. KI-Technologien haben diesen Schritt getan. Die einen mahnen, die anderen sehen es gelassener.
Künstliche Intelligenz - Von der Fiktion in die Wirklichkeit
Foto: IMAGO/Christian Ohde (www.imago-images.de) | Unsere Vorstellungen von KI sind sehr von Science-Fiction beeinflusst.

Philosophen haben die Aufgabe, die Welt denkend einzuordnen und auch Folgen von Technik abzuschätzen. Sie müssen bei Gefahr warnen und entwarnen, wenn unsinnige Ängste verunsichern. Im Gespräch mit der "Tagespost" hat der Leiter des Büros für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag, Armin Grunwald, darauf hingewiesen, wie sehr Science-Fiction unsere Vorstellungswelt geprägt hat. Künstliche Intelligenz, so der Wissenschaftler, birgt zudem die Gefahr, dass wir menschliche Vorstellungen allzu leicht auf Maschinen übertragen. Weiter spricht Grunwald, der seit 1999 das Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse in Karlsruhe leitet, über sinnvolle Anwendung, aber auch über nötige Regelungen und nicht zuletzt über Risiken, die mit dem Einsatz von Systemen mit künstlicher Intelligenz verbunden sind. 

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Einfach nur dumm

Ein ergänzender Hintergrundbericht setzt sich mit verschiedenen theoretischen Sichtweisen auf Intelligenz im Allgemeinen und künstlicher Intelligenz im Besonderen auseinander. Darin kommen verschiedene Forscher zu Wort, die sich mit diesen Phänomenen befasst haben. Mit einem vernichtenden Urteil bescheinigt der Linguist Noam Chomsky der künstlichen Intelligenz Dummheit. Eine Studie zu Intelligenz kommt zu Wort, die Aspekte menschlicher Intelligenz aufschlüsselt und zu erkennen gibt, dass KI nur einen winzigen Ausschnitt davon abbilden kann. 

Auch ein theologisches Problem

Der Theologe und Sozialethiker Elmar Nass hat auf der Internetseite des Erzbistums Köln eine theologische Einschätzung zur KI gegeben. Hier liegt ein Fokus auch auf kulturellen Aspekten des Umgangs mit KI-Systemen. In China nutzt man sie zur Unterstützung eines totalitären System. In Japan spricht man technischen Artefakten auch eine Seele zu. Zwischen Warnungen, Mahnungen und allzu blauäugiger Euphorie gibt es viele realistische Stimmen zu den modernen lernenden Systemen, die eine KI letztendlich ist. DT/pwi

Lesen Sie in der kommenden Ausgabe der Tagespost ein Interview mit Leiter für des Büros für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag, Armin Grunwald, sowie einen Bericht über verschiedene theoretische Sichtweisen auf das Phänomen KI. 

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