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Forscher wollen erstmals menschliche Embryonen aus Stammzellen erzeugt haben

Bedeutsamkeit der Labor-Experimente unklar: Wissenschaftler verweist auf fehlende Publikation.
Bedeutsamkeit der Labor-Experimente unklar
Foto: Andrew Brookes via www.imago-images.de (www.imago-images.de) | „Wir haben ein menschliches embryonenartiges Modell durch die Reprogrammierung von Stammzellen erzeugt", so die britisch-polnische Entwicklungsbiologin Magdalena Zernicka-Goetz.

In Großbritannien haben Wissenschaftler eigenen Angaben zufolge erstmals menschliche Embryonen aus embryonalen Stammzellen erzeugt. Das berichtet die britische Tageszeitung „The Guardian“. Demnach hatte die britisch-polnische Entwicklungsbiologin Magdalena Zernicka-Goetz von University of Cambridge und dem California Institut of Technology auf einer Konferenz der Internationalen Gesellschaft für Stammzellforschung von diesbezüglichen, angeblich erfolgreich verlaufenen Experimenten ihrer Arbeitsgruppe berichtet. Laut dem Guardian erklärte Zernicka-Goetz auf der Konferenz: „Wir haben ein menschliches embryonenartiges Modell durch die Reprogrammierung von Stammzellen erzeugt.“

Nicht geklärte Entwicklungsfähigkeit

Wie der „Guardian“ weiter schreibt, sei unklar, ob sich die Gebilde zu überlebensfähigen Embryonen entwickeln können. Das sei allerdings auch nicht das Ziel der Forscher gewesen. „Unser menschliches Modell ist erstmals ein menschlicher Embryo mit drei Keimblättern, inklusive Amnion und Keimzellen, den Vorläuferzellen von Eizellen und Spermien. Es ist wunderschön und vollständig aus embryonalen Stammzellen hergestellt worden“, zitiert der „Guardian“ Zernicka-Goetz.

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Eine Veröffentlichung, in der die Forscher um Zernicka-Goetz die Ergebnisse ihrer Experimente beschreiben, existiert bislang nicht. „Ohne einen detaillierten Vorabdruck oder eine von Fachleuten geprüfte Arbeit“ sei es jedoch „nicht möglich, die wissenschaftliche Bedeutung dieser Geschichte zu kommentieren“, erklärte der Stammzellforscher James Briscoe Francis-Crick-Institut in London gegenüber dem britischen „Science Media Center“.  DT/reh

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