Emma und Jonas sind wieder bei ihren Großeltern. Emma holt ein dickes Buch aus dem Regal und drückt es Opa in die Hand. Opa lächelt: „Ihr wollt also eine neue Geschichte hören?“ „Jaaa“, antworten beide im Chor, „erzähl uns was!“
Sie setzen sich und Opa beginnt: „Jesus hatte gute Freunde, nicht nur die Jünger waren seine Freunde, andere Leute auch. Im Sonntagsevangelium hören wir von drei Geschwistern, mit denen Jesus eng verbunden war: Lazarus und seine zwei Schwestern Marta und Maria. Lazarus ist krank, schwer krank, und seine Schwestern lassen Jesus das wissen. Sie hoffen natürlich, dass Jesus schnell kommt und ihren Bruder heilt. Aber Jesus bleibt noch zwei Tage an dem Ort, wo er sich aufhält. Erst danach macht er sich mit seinen Jüngern auf den Weg.“
„Es ist nicht nett, so lange zu warten“, meint Emma. Opa erklärt: „Wenn Jesus so handelt, hat er schon einen Grund. Jesus will den Menschen zeigen, dass Gott alles kann, wirklich alles. Ich lese weiter: ‚Als Jesus ankam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grab liegen.‘“
„Im Grab!“, ruft Jonas. „Warum ist Jesus nicht schneller gekommen? Lazarus wäre nicht gestorben!“ Opa lächelt: „Du sprichst genau wie Marta und Maria! Sie scheinen zu glauben, dass Jesus Lazarus nicht aus der Ferne heilen konnte, dass es sowieso zu spät ist, weil Lazarus tot ist! Ist es wirklich so?“ Emma und Jonas schweigen. Plötzlich ruft Jonas: „Aber Jesus kann alles, er ist Gott!“
„Richtig“, antwortet Opa, „und Jesus spricht jetzt ganz klare Worte über sich selbst: Er sagt: ‚Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.‘ Marta und Maria glauben Jesus und zeigen ihm, wo ihr Bruder begraben ist. Da weint Jesus.“
Die Kinder schauen Opa traurig an: „Jesus weint? Gott weint?“, fragt Emma. Opa nickt und sagt leise: „Jesus ist auch ein Mensch, er ist erschüttert, tief betroffen. Er hatte Lazarus sehr lieb, er sieht auch den Kummer der beiden Schwestern. Jesus geht zum Grab, es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war.“ „Eine Höhle? Meinst du eine Grotte?“, fragt Jonas und sagt: „Eine Höhle ist doch kein Grab!“ Opa erklärt: „Zur Zeit Jesu hat man die Toten in einer Höhle bestattet, man rollte einen großen Stein vor den Eingang, damit keiner hineinkann. Jetzt bittet Jesus, den Stein wegzunehmen, er dankt seinem Vater im Himmel und ruft laut: ‚Lazarus, komm heraus!‘“
„Aber er ist doch schon vier Tage im Grab!“, sagt Emma. „Lass Opa erzählen!“, bittet Jonas, der kaum erwarten kann, was nun passiert. Opa lächelt und erzählt weiter: „Da kommt Lazarus heraus, in Tüchern eingewickelt, wie man es zur Zeit Jesu machte. Jesus hat Lazarus von den Toten auferweckt, er lebt wieder. Ja, wer an Jesus glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. Wie schön zu wissen, dass es nach dem Tod ein neues Leben gibt!“
Die Autorinnen sind Mitglieder der Gemeinschaft Notre-Dame de Vie.
Auflösung zum Bibel-Quiz:
Wie heißen die drei Geschwister? - Maria, Marta und Lazarus
Am wievielten Tag kommt Jesus zum Grab? - Am vierten Tag
Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.










