An einem grauen Samstagnachmittag sitzen Jonas und Emma mit ihrer Oma in der warmen Küche. Auf dem Herd köchelt eine kräftige Hühnersuppe, und der Duft erfüllt den Raum. Oma nimmt eine Prise Salz und streut sie hinein. „Seht ihr“, sagt sie, „ohne Salz wäre die Suppe ziemlich langweilig.“ Jonas nickt. „Salz macht den Geschmack.“ „Und genau davon spricht Jesus morgen im Evangelium“, antwortet Opa. Er schlägt die Bibel auf und liest: „Jesus sagt: Ihr seid das Salz der Erde.“ Emma schaut erstaunt. „Aber wir sind doch nur Kinder. Wie können wir Salz sein?“
Opa lächelt. „Das ist eine gute Frage. Allein könnten wir das nicht. Aber Jesus hat uns zuerst geliebt. Er ist selbst das wahre Salz – er hat den Menschen gezeigt, wie Liebe, Barmherzigkeit und Wahrheit schmecken.“ Opa liest weiter: „Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen?“ „Dann ist es nutzlos“, sagt Jonas. „Richtig“, erklärt Opa. „Jesus meint: Wenn wir vergessen, wie er gelebt hat, und nur an uns selbst denken, dann verlieren wir unseren Geschmack. Aber wenn wir bei Jesus bleiben, schenkt er uns seine Kraft – das nennt man Gnade. Sie hilft uns, Gutes zu tun.“
„Ihr seid das Licht der Welt“
Dann zeigt Opa auf die Lampe über dem Tisch. „Jetzt hört, was Jesus noch sagt: Ihr seid das Licht der Welt.“ Emma schaut zur Lampe. „Ohne Licht wäre alles dunkel.“ „Genau“, sagt Opa. „Aber auch hier gilt: Wir sind nicht aus uns selbst Licht. Jesus sagt an einer anderen Stelle: Ich bin das Licht der Welt. Er ist wie die Sonne. Wir sind wie kleine Spiegel, die sein Licht weitergeben.“
Jonas überlegt. „Also leuchtet Jesus in uns?“ „Ja“, antwortet Opa. „Durch die Taufe wohnt Gott in uns. Wenn wir beten, wenn wir Jesus vertrauen und seine Liebe weitergeben, dann leuchtet sein Licht durch uns.“
Opa liest den letzten Satz: „So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ Emma lächelt. „Dann geht es gar nicht darum, dass wir bewundert werden.“ „Genau“, sagt Opa. „Die Menschen sollen nicht sagen: ‚Wie toll sind Jonas und Emma‘, sondern: ‚Wie gut ist Gott.‘“
Jonas schaut nachdenklich. „Dann können wir Salz und Licht sein, weil Jesus in uns lebt.“ Opa legt den Arm um beide Kinder. „Ja. Wir dürfen Menschen bleiben, wir müssen nicht perfekt sein. Aber Jesus geht mit uns – und seine Gnade macht unser kleines Licht stark.“ Die Lampe leuchtet warm über dem Tisch. Und draußen wirkt der graue Nachmittag plötzlich ein bisschen heller.
Der Autor ist Mitglied der Ordensgemeinschaft der Servi Jesu et Mariae und als Seelsorger in der Familien- und Jugendarbeit tätig.
Auflösung zum Bibel-Quiz:
Was passiert mit Salz, wenn es den Geschmack verloren hat? – Es wird weggeworfen.
Als was bezeichnet Jesus seine Jünger? – Als „Salz der Erde“ und „Licht der Welt“
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