Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung CHIMÄREN

China: Forscher züchten erstmals menschliches Nierengewebe in Schweinen

Wissenschaftler verwendeten humane Stammzellen aus Nabelschnurblut.
Nierengewebe soll mit embryonischen Stammzellen hergestellt werden.
Foto: via imago-images.de (www.imago-images.de) | Nierengewebe soll mit embryonischen Stammzellen hergestellt werden.

Chinesische Wissenschaftler melden, ihnen sei es erstmals gelungen, Nierengewebe mit überwiegend menschlichen Zellen in Schweineembryonen heranwachsen zu lassen. Wie die Forscher um Liangxue Lai von den Guangzhou Institutes of Biomedicine and Health in der Fachzeitschrift „Cell Stem Cell“ berichten, haben sie dazu zunächst in den Schweineembryonen mittels Crispr/Cas-Technologie zwei Gene ausgeschaltet, die für die Entwicklung der Nieren verantwortlich sind. Dadurch hätten die Schweineembryonen keine Nieren ausgebildet. Anschließend spritzten die Forscher aus Nabelschnurblut gewonnene menschliche Stammzellen in die Embryonen, die sich in der „Organlücke“ zu Nierengewebe differenziert hätten. Die humanen Stammzellen hatten die Forscher ebenfalls manipuliert und dabei Gene aktiviert, die Überlebensfähigkeit der Zellen in dem fremden Organismus steigern sollen. Anschließend transferierten die Forscher die Schweineembryonen auf Säue, in denen sie sich bis zum 25. bzw. 28. Tag entwickelten.

Lesen Sie auch:

 Stark verbesserungswürdig

Mit dem Verfahren hoffen die Forscher, in Zukunft Organe für die Transplantationsmedizin züchten zu können. Allerdings sei das Verfahren noch stark verbesserungswürdig. So sei nicht nur der Anteil degenerierter Schweineembryonen noch sehr hoch gewesen, auch die gut gewachsenen Nieren hätten zu mehr als einem Drittel aus Schweinezellen. DT/reh

 

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung

Weitere Artikel

In einer gigantischen "Materialschlacht" erschaffen chinesische Wissenschaftler ein Mischwesen aus zwei Affenembryonen.
15.11.2023, 18 Uhr
Stefan Rehder
Die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtet, dass der umstrittene Forscher He Jiankui allein und illegal gehandelt habe, um persönlichen Ruhm und Vorteile zu erlangen.
22.01.2019, 07 Uhr

Kirche

Bei „Mariä Himmelfahrt" geht es weniger darum, ob Maria gestorben ist, als um die Hoffnung auf die Auferstehung und die Vollendung des Menschen bei Gott.
15.08.2026, 04 Uhr
Dorothea Schmidt
Katechismuslesen reicht nicht: Warum der Abtprimas der Benediktiner, Jeremias Schröder, der Mutter Jesu große Bedeutung für seinen Glauben beimisst.
14.08.2026, 15 Uhr
Esther von Krosigk
In Obertshausen erinnert neuerdings eine Statue an den Kirchenlehrer Johannes vom Kreuz und an den spanischen Wallfahrtsort Caravaca de la Cruz.
14.08.2026, 09 Uhr
Oliver Gierens
Der eskalierende Streit zwischen Kirche und Regierung beschädigt die Autorität beider Seiten und spaltet ein Land, das von unfreundlichen Nachbarn umgeben ist.
14.08.2026, 17 Uhr
Stephan Baier
Tod in der Arena oder lebendig begraben im Bergbau? Im dritten Jahrhundert wurden auch Päpste zu Märtyrern. Der 13. August ist der Gedenktag des heiligen Papstes Pontianus.
12.08.2026, 21 Uhr
Claudia Kock