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Schwarz-rot-gold – immer gewollt!

Nicht nur Fußballfans entdecken in diesen Tagen den Wert der deutschen Nationalfarben.
Flaggenmeer zur Fussball WM
Foto: Imago/anke waelischmiller | Zur Fußball-WM gibt es in der Essener Rullichstraße ein schwarz-rot-goldenes Flaggenmeer. Für die einen ist das selbstverständlich, für andere ein Stein des Anstoßes.

Von rechts nach links lesen – das ist nicht politisch gemeint. Wenn man eine Fahne aus dem Fenster hängt, dann liest man die Farben eben in dieser Richtung. Und obwohl die Deutschen seit der Zeit des Sommermärchens ihre Nachkriegsscheu abgelegt haben und zumindest bei Fußballturnieren auch als Privatleute Flagge zeigen, sind sie immer noch nicht zu Experten geworden.

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Innerlich schrecken viele noch vor Fahnen zurück. Also vor denen, die man hissen kann. Nur so ist zu erklären, dass in vielen deutschen Fenstern im Moment eigentlich Gold-Rot-Schwarz hängt.

Liest der Deutsche im Grunde seines Herzens eben doch lieber von links nach rechts? Mit Blick auf die deutschen Nationalfarben galt das sehr lange. Verdrängt wurde, dass die deutsche Fahne für jene republikanischen Werte steht, für die die Revolutionäre von 1848 auf die Straße gegangen sind. Und auch in der Weimarer Zeit waren es die Reaktionären, die über „Schwarz-rot-Mostrich“ spotteten. Die Deutschnationalen von damals waren auf „Schwarz-weiß-rot“ eingeschworen, die Farben des Kaiserreiches.

Eine historische Ignoranz

Trotzdem riefen und rufen linke Alternative bei ihren Demos: „Schwarz-rot-gold nie gewollt.“ Was für eine historische Ignoranz. Was Geschichtslehrer nicht geschafft haben, leistete dann König Fußball bei der WM im eigenen Land. Eine Avantgarde im Umgang mit den deutschen Farben waren damals und sind heute auch noch vielfach Menschen mit Einwanderungsgeschichte.

Nicht belastet mit der tonnenschweren Erinnerungslast der Autochthonen sind sie im besten Sinne arglos. Es ist für sie einfach selbstverständlich, Flagge zu zeigen, wenn die eigene Mannschaft antritt. Die Loyalität gilt hier ganz natürlich der deutschen Elf.

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Die Deutschen haben das seit 2006 erst mühsam gelernt. Aber auch heute noch gibt es Stinkstiefel, die in diesem arglosen Patriotismus Revanchismus und Nationalismus wittern wollen. Wer so denkt, der ist nicht nur Tor des Monats, sondern ein Ignorant von historischer Tragweite.


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Sebastian Sasse Einwurf – die „Tagespost“-WM-Kolumne

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