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Theologen in der Entwicklungszusammenarbeit

Wer globale Veränderungsprozesse verstehen möchte, kann an der RWTH Aachen einen besonderen theologischen Masterstudiengang absolvieren.
Theologie und globale Entwicklung
Foto: Erken (SOS-Kinderdörfer weltweit/Herman) | „Die katholischen Hilfswerke brauchen junge praxisorientierte Menschen für die Entwicklungszusammenarbeit", meint Steffen Jöris, Dozent für Neues Testament an der RWTH Aachen.

„Die katholischen Hilfswerke brauchen junge praxisorientierte Menschen für die Entwicklungszusammenarbeit – durchaus auch Theologinnen und Theologen, weil sie einen multiperspektivischen Ansatz haben“, sagt Steffen Jöris, Dozent für Neues Testament an der RWTH Aachen und Fachstudienberater des Masterstudiengangs „Theologie und Globale Entwicklung“.

Fokus kirchlicher Entwicklungszusammenarbeit längerfristig ausgelegt

„Die staatliche Entwicklungszusammenarbeit verfolgt mitunter staatliche Interessen, die derzeit in der Bekämpfung von Migrationsursachen liegen können. Der Fokus der kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit ist oftmals längerfristig ausgelegt und möchte nicht punktuelle Probleme bekämpfen, sondern Menschen vor Ort zur Selbsthilfe anleiten und helfen.“

In den verschiedenen Modulen behandeln die Studierenden Vorstellungen von Entwicklung, analysieren globale Prozesse, erproben die interreligiöse und interkulturelle Dialogfähigkeit und diskutieren die Enzyklika von Papst Franziskus „Laudato si“, die explizit anmahnt, dass eine längerfristige globale Entwicklung in den Blick genommen werden sollte. „Da geht es nicht nur um einen Wachstumsimperativ, um ökonomische Fragestellungen, sondern auch um ökologische.“ Die Module setzen sich zum Ziel, praktische Entwicklungszusammenarbeit mit theoretischen Kompetenzen zu verbinden.

Verknüpfung von Theologie und globaler Entwicklung

Dennoch meint, Jöris, dass wirtschaftliches Denken im normalen Theologiestudium fehle. „Ich würde versuchen, interdisziplinärer zu denken. Auf die Frage, muss ein Theologiestudent einen klassischen BWL-Studiengang oder BWL-Module durchlaufen haben, ist meine Antwort: Nein. Wäre es aber sinnvoll, die Theorien und Ideengeschichte, die gerade in der VWL vorkommt, mit zu reflektieren, zum Beispiel in der Philosophie oder im Bereich der Systematischen Theologie, dann würde ich sagen, kann man sehr wohl darüber nachdenken.

DT/bwi

Lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der "Tagespost" vom 16. August, wie der Masterstudiengang "Theologie und globale Entwicklung" junge, katholische und praxisorientierte Menschen anziehen will.

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