Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Würzburg

Seuchen gab es schon in der Antike

Am Anfang war die Seuche: Ein Blick in die antike Literatur zeigt, dass es schon bei Homer mit den Seuchen begann.
Büste Homers
Foto: Sebastian Fischer (dpa) | Eine Büste, die angeblich Homer darstellt, steht im Palazzo Ducale in Mantua (Italien).

Seuchen mit großer Verbreitung gab es schon in der Antike. Homer berichtet davon in der „Ilias“. Apollo schießt Seuchenpfeile in der Lager der Griechen. Für die Griechen war das kein Mythos, die Ilias verstanden sie als Geschichtsbuch. Von Geschichtsschreibern wie Thukydides erfährt die Nachwelt von der ersten Pandemie, der sogenannten „Pest in Athen“.  Die Krankheit war in Äthiopien ausgebrochen und hatte sich über Ägypten und Libyen nach Athen vorgearbeitet, wo sie mitten im Peloponnesischen Krieg im Sommer 430 vor Christus ausbrach, in einer völlig überfüllten Stadt, denn die Landbevölkerung hatte sich vor den Spartanern in die Mauern von Athen geflüchtet.

Staatliche Hilfsmaßnahmen gab es nicht

Lesen Sie auch:

Der selbst erkrankte Thukydides berichtet vom Grauen: Fieber, Durst, Erbrechen, Pusteln, Durchfall, Unterleibsgeschwüre und mitunter auch der Verlust von Gliedmaßen. Hunde und Vögel sollen sich von den Leichen ferngehalten haben. Staatliche Hilfsmaßnahmen gab es nicht. Familien und Freunde waren gefragt. Perikles mahnte an die Vernunft der Menschen, denn bald kam es zum Zorn der Bevölkerung. Trotz weiterer verheerender Krankheiten wie der Julianischen Pest (541-750), hat die Antike eine Zivilisation erschaffen, ohne deren Errungenschaften unser Leben weit weniger lebenswert wäre.

DT/ari

Der Umgang mit Seuchen in der Antike: Lesen Sie den kompletten Beitrag in der kommenden Ausgabe der Tagespost. Holen Sie sich das ePaper dieser Ausgabe kostenlos

Themen & Autoren
Redaktion Jesus Christus Pandemien Perikles Thukydides Zorn

Weitere Artikel

Von Thukydides lernen: Der Streit um Moral in der Außenpolitik und die Herrschaft der Mächtigen ist ein geistesgeschichtlicher Klassiker. Aber kennt Trump den Melierdialog?
04.02.2026, 16 Uhr
Maximilian Welticke
Für die Philosophin Simone Weil war Gewalt die Mitte „jeder menschlichen Geschichte“. In ihrem Essay über die Ilias geht sie dieser These auf den Grund.
23.12.2025, 13 Uhr
Daniel Zöllner
In der Gaza-Region hat es das Christentum in der Antike nicht leicht, sich auszubreiten. Doch dann entwickelt sich eine reiche Kultur, die das christliche Denken prägte.
08.12.2025, 07 Uhr
Sebastian Zellner

Kirche

Peter Kohlgraf ist „gerne Bischof von Mainz“, könnte sich aber wohl auch den DBK-Vorsitz vorstellen. Zumindest geizt er vor der Wahl nicht mit geschickten Positionsbestimmungen.
13.02.2026, 15 Uhr
Jakob Ranke
Nach Treffen zwischen Fernández und Pagliarani lässt der Vatikan verlauten: Bischofsweihen würden ins Schisma führen. Stattdessen soll ein Dialog theologische Differenzen klären.
12.02.2026, 15 Uhr
Guido Horst
Die Gebote sollen keine Überforderung sein, sondern ein Hilfe für die Christen, ihre eigene Berufung zu leben. Christsein ist schließlich kein Moralismus.
14.02.2026, 21 Uhr
Martin Grichting