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Religionswissenschaftler Jan Assmann gestorben

Der Kulturwissenschaftler und Ägyptologe starb im Alter von 85 Jahren. Sein Wirken stieß internationale Debatten zu religiösen und kulturellen Konflikten an. 
Kulturwissenschaftler Jan Assmann starb in der Nacht zum 19.02.2024.
Foto: Silas Stein (dpa) | Kulturwissenschaftler Jan Assmann starb in der Nacht zum 19.02.2024.

Der Religionswissenschftler und Ägyptologe Jan Assmann ist gestorben. Assmann, der von 1976 bis 2003 als Professor für Ägyptologie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg lehrte und in bedeutender Weise zu Forschungen über die Anfänge des Monotheismus beigetragen hat, starb im Alter von 85 Jahren in Konstanz.

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Assmann sah den Beginn des monotheistischen Ein-Gott-Glaubens im Auszug der Israeliten aus Ägypten und untersuchte auch den Zusammenhang von Monotheismus und Gewalt sowie die Genese von dessen vermeintlich absolutem Wahrheitsanspruch und Intoleranz. Seine Thesen, unter anderem dargestellt in "Die Mosaische Unterscheidung oder Der Preis des Monotheismus" von 2003, erfuhren jedoch auch Kritik - wie beispielsweise durch Joseph Kardinal Ratzinger in dessen Buch "Glaube - Wahrheit - Toleranz: Das Christentum und die Weltreligionen" (2004).

Beitrag zum Verständnis der Friedensbereitschaft 

Für diese Forschungen erhielt Assmann mit seiner Frau Aleida 2018 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Assmann habe internationale Debatten um Grundfragen zu den kulturellen und religiösen Konflikten der heutigen Zeit angestoßen, lautete damals die Begründung der Jury. Er habe zudem einen unverzichtbaren Beitrag zum Verständnis der Friedensbereitschaft und -fähigkeit der Religionen geleistet.

 Als Ägyptologe beschäftigte sich Assmann außerdem  mit dem Zeitverständnis, den Vorstellungen von Tod und Jenseits, von zwischenmenschlichen Beziehungen und dem Gottesbild der alten Ägypter. Zusammen mit seiner Frau Aleida prägte der Wissenschaftler zudem den Begriff des kulturellen Gedächtnisses – also die Frage, welche Faktoren zu Identitäts- und Bewusstseinsbildung menschlicher Kulturen und Gesellschaften beitragen ("Das kulturelle Gedächtnis. Schrift, Erinnerung und politische Identität in frühen Hochkulturen", 1992). Zudem widmete sich Assmann der Nachwirkung und Rezeption des Alten Ägyptens sowie der ägyptischen Religion in Musik (wie in Mozarts "Zauberflöte") und Literatur (wie in Thomas Manns "Joseph und seine Brüder"). DT/sdu (Mit Material von KNA) 

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