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Navid Kermani und der interreligiöse Dialog

Identitätsstiftende Unterschiede oder doch nur Betonung der Gemeinsamkeiten? Der Islamwissenschaftler Navid Kermani übt deutliche Kritik am interreligiösen Dialog. Ein Kongress in Paderborn zeigt, wie zutreffend diese ist.
Navid Kermani zum interreligiösen Dialog
Foto: Oliver Berg (dpa) | Paradoxerweise wird gerade der interreligiöse Dialog kaum für Versuche der Profilierung genutzt.

In Zeiten von Brexit, Finanzkrisen und Volksparteiendämmerung scheinen Politik und Zivilgesellschaft immer weniger integrative Kraft für Europa zu entwickeln. Die Fliehkräfte sind groß. Umso wichtiger wäre es, dass Kultur und vor allem Religionen diese Rolle übernehmen.

Häufig zeichnet sich interreligiöser Dialog durch reibungslose Gemeinsamkeitsrhetorik aus

Doch paradoxerweise wird gerade der interreligiöse Dialog kaum für Versuche der Profilierung genutzt. Im Gegenteil: Häufig zeichnet er sich statt durch kontroverse Thesen durch reibungslose Gemeinsamkeitsrhetorik aus.

Der mehrfach preisgekrönte Schriftsteller, Orientalist und Islamwissenschaftler Navid Kermani hält deshalb auch nicht viel von diesem Dialog. Er wolle mit anderen Religionen nicht singen und auch nicht Händchen halten, polemisierte der gläubige Moslem noch vor 15 Jahren auf dem Evangelischen Kirchentag.

Navid Kermani stellt sich der Debatte

Beim Europakongress des Bonifatiuswerks in der vergangenen Woche in Paderborn stellte sich Kermani allerdings doch der Debatte. Dabei ging es ihm vor allem darum, die Relevanz der Religionen für Europa zu betonen. Dafür wurde an anderer Stelle des Kongresses umso deutlicher, wie realistisch Kermanis Kritik am Dialog ohne Unterschiede noch immer ist.

DT/kim

Was Navid Kermani über die Religionen in Europa sagt und welche Probleme der interreligiöse Dialog hat, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der "Tagespost" vom 29. November 2018.

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