Katholische Selbstverständlichkeit oder Ausflug in die Identitätspolitik? Der amerikanische Außenminister, Marco Rubio, hat am Aschermittwoch ein Interview mit dem US-Fernsehsender Fox News mit einem gut sichtbaren Aschenkreuz auf der Stirn bestritten. Während des etwa neun Minuten währenden Interviews spricht Fox-Moderator Sean Hannity mit Rubio über den Krieg in der Ukraine und Trumps Pläne für Gaza. Das Aschenkreuz auf Rubios Stirn ignorieren Hannity und Rubio.
Um Rubios Auftritt entwickelte sich in der Folge vor allem in Europa eine Debatte, während US-Medien das Thema bisher meist nicht aufgriffen. Zahlreiche deutsche Medien berichteten, auch in den sozialen Medien wurde Rubios öffentliches Aschermittwochs-Bekenntnis breit diskutiert. So schreibt etwa der bekannte Politikberater und Sicherheitsexperte Peter R. Neumann auf „X“, er sei ja selbst Katholik, aber als hochrangiger öffentlicher Repräsentant in einem säkularen Staat wäre dies nicht seine Sache – so etwas sei „völlig unnötige Identitätspolitik.“ Andere Nutzer wiesen darauf hin, dass es für Millionen katholische Amerikaner völlig normal sei, am Aschermittwoch ein Aschenkreuz zu tragen.
Auch auf Youtube waren die Reaktionen geteilt: von „Freak“ bis zu Respektbekundungen angesichts von Rubios Bekennermut. Kritik entzündete sich freilich auch an den Inhalten des Interviews. Rubio bezeichnete den Ukrainekrieg als Stellvertreterkrieg zwischen Atommächten, den USA und Russland, was vielen politischen Beobachtern als Verschwörungstheorie gilt. (DT/jra)
Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.









