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Deutliche Mehrheit: Öffentlich-Rechtliche brauchen stärkere Qualitätskontrollen

57 Prozent der Deutschen sind der Ansicht, dass die Berichterstattung der der öffentlich-rechtlichen Medien stärkere Qualitätskontrollen benötigt, wie eine „Tagespost“-Umfrage ergibt.
ARD und ZDF
Foto: Monika Skolimowska (dpa) | Von den katholischen Befragten geben dies 58 Prozent an, während 24 Prozent gegenteiliger Ansicht sind.

Die absolute Mehrheit der Deutschen – insgesamt 57 Prozent – ist der Ansicht, dass die Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Medien dringend stärkere Qualitätskontrollen benötigt. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des in Erfurt ansässigen Meinungsforschungsinstituts „INSA Consulere“, die im Auftrag der „Tagespost“ durchgeführt wurde. Etwas mehr als ein Viertel, insgesamt 27 Prozent, ist nicht dieser Ansicht. 14 Prozent wissen nicht, wie sie zu der Frage stehen, und drei Prozent möchten dazu keine Angabe tätigen. 

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Die Aussage, zu der die Teilnehmer der Umfrage Stellung beziehen sollten, lautet: „Die Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Medien braucht dringend stärkere Qualitätskontrollen.“ Besonders hoch ist der Anteil derjenigen, die Kontrollbedarf sehen, in der Gruppe der 30- bis 39-Jährigen sowie in der Gruppe der 40- bis 49-Jährigen. 62 beziehungsweise 64 Prozent stimmen der These zu. Im Osten fällt die Zustimmung mit 63 Prozent etwas höher aus als im Westen (55 Prozent). 

Nur Freikirchler sind gespalten

Die Umfrage betrachtet die These auch anhand der Konfession der Befragten. Einzig freikirchliche Befragte sind hinsichtlich des Bedarfs stärkerer Qualitätskontrollen der Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Medien geteilter Ansicht. 42 Prozent sehen diesen Bedarf, 41 Prozent sehen ihn nicht. Alle anderen Religions- und Konfessionsgruppen sind jeweils absolut-mehrheitlich für stärkere Kontrollen. Von den katholischen Befragten geben dies 58 Prozent an, während 24 Prozent gegenteiliger Ansicht sind. Von den Protestanten sind 56 Prozent der Ansicht, die Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Medien brauchte dringend stärkere Qualitätskontrollen, bei 29 Prozent ist das nicht der Fall.

Die Erhebung, für die 2.002 erwachsene Personen vom 11. bis 14. August befragt wurden, schlüsselt die Frage auch nach Parteipräferenz auf. Einzig Wähler der Grünen geben relativ-mehrheitlich an, dass sie keinen Bedarf an stärkeren Qualitätskontrollen sehen (46 Prozent). Bei allen anderen Wählergruppen überwiegt jeweils mehrheitlich der Anteil derer, die stärkere Qualitätskontrollen für notwendig halten. Unter SPD-Anhängern ist das allerdings nur eine relative Mehrheit (45 Prozent), bei allen anderen Parteien eine absolute. So geben 55 Prozent der Unionswähler an, dass die Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Medien dringend stärkere Qualitätskontrollen brauche. Von den Linken-Wählern vertreten 61 Prozent diese Ansicht und von den Anhängern der FDP 62 Prozent. Am höchsten ist der Zustimmungswert unter AfD-Wählern: Von ihnen geben 79 Prozent an, dass die Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Medien stärkere Qualitätskontrollen benötige.  DT/mlu

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