Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Terroranschlag

Markus Günther: Bei 9/11 war die „Pornographie des Grauens“ zu erleben

Das Grauen von New York am 11. September 2001 ereignete sich weltweit live vor den Augen von Millionen Menschen . Das hatte den Charakter von Pornographie.
Anschlag auf das World Trade Center 2001
Foto: Jason Szenes (EPA) | Die brennenden Türme des World Trade Center am 11. September 2001. Dass sie einstürzen würden, war nicht abzusehen.

Der Schriftsteller und Publizist Markus Günther erinnert im Feuilleton der „Tagespost“ an die Anschläge vom 11. September, die sich in wenigen Tagen zum 20. Mal jähren. Günther betont die mediale Dimension des damaligen Geschehens: „Zur Macht der Bilder kam die Echtzeiterfahrung: das Geschehen entwickelte sich live vor den Augen des Milliardenpublikums, es war noch nicht konserviert in der Kapsel der Dokumentation, der Ausgang so offen wie der eines Fußballspiels, das live übertragen wird.

Lesen Sie auch:

Eine grausige Wendung

Dass die brennenden Türme einstürzen würden, war nicht gleich absehbar und gab dem Geschehen eine abrupte Wendung. Der Schrecken eskalierte. Als aber der erste Turm in sich zusammengebrochen war, musste mit dem Kollaps des anderen Turmes minütlich gerechnet werden - der namenlose Tod in der Staub- und Rauchwolke stand unmittelbar bevor und wurde mit Spannung erwartet. So wurde aus Berichterstattung unweigerlich eine Pornographie der Gewalt und des Grauens; das scheinbare Dabeisein schloss die stärksten Emotionen ein und das eigene Risiko aus. Genau das ist das Wesen der Pornographie: alles sehen und nichts zeigen müssen.“ DT/mee

Markus Günther über die Anschläge vom 11. September. Lesen Sie den ganzen Text in der kommenden Ausgabe der Tagespost.

Themen & Autoren
Vorabmeldung Terroranschläge am 11. September 2001

Weitere Artikel

Einen militärischen Konflikt zu beginnen, ist einfacher, als ihn zu beenden. Der Historiker Rolf Steininger geht der Frage nach, wie früher Waffenruhe geschaffen wurde.
17.08.2026, 15 Uhr
Hans-Ulrich Danner
Podcasts befeuern die Debatte zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine – und kommen zu informativen wie abstrusen Schlussfolgerungen.
30.05.2026, 11 Uhr
Marc Stegherr
War der jetzt verstorbene Ex-US-Vizepräsident Dick Cheney ein Letzter seiner Art? Er galt in seiner aktiven Zeit als harter Konservativer, mit dem Trumpismus hatte er aber nichts am Hut.
04.11.2025, 19 Uhr
Sebastian Sasse

Kirche

Mehr als 500 Menschen feiern in Treppeln den Baufortschritt am Bernhardshof. Die Zisterzienser von Neuzelle wollen hier im kommenden Jahr einziehen.
25.08.2026, 18 Uhr
Rocco Thiede
Kein Happy-End in der Basilika? Um die zeitgenössische Formensprache ist ein Konflikt entbrannt.
24.08.2026, 18 Uhr
Angela Hörnig
Gedanken über den Weg zur Berufung und auch zum Beruf. Wir brauchen keine erschöpften Erfolgsfunktionäre.
25.08.2026, 07 Uhr
Alexander Ertl